In Basel sind in den vergangenen Tagen außergewöhnlich viele Menschen erkrankt - verursacht durch Legionellen. 25 Personen kamen ins Krankenhaus. Sieben Erkrankte seien auf der Intensivstation behandelt worden, heißt es in einer Mitteilung des Kantons Basel-Stadt. Ein Mann starb sogar an der Erkrankung.
Ursache für Legionellen-Erkrankungen in Basel gefunden
Auffällig war: Besonders viele Menschen steckten sich im Stadtteil Kleinbasel an. Das habe nahegelegt, dass die Ansteckungsquelle die gleiche sei, so die Stadtverwaltung. Im Fokus standen Kühltürme, die mit Wasser betrieben werden. Der ausgestoßene Wasserdampf kann sich je nach Wetter und Wind in einem größeren Umkreis in der Luft verbreiten. Atmen Menschen den mit Legionellen verseuchten Wasserdampf ein, infizieren sie sich.
Jetzt sei diese Quelle gefunden, heißt es weiter. Das Kantonale Laboratorium hat in den vergangenen Tagen an unterschiedlichen Orten Proben entnommen. Von den zehn untersuchten Kühlanlagen überschritten acht den Grenzwert für Legionellen. In zwei dieser Anlagen wurde die Legionellenart Legionella pneumophila in erhöhter Menge festgestellt. Diese Legionellenart war für die meisten der Infektionen verantwortlich.
Staatsanwaltschaft hat Strafverfahren eingeleitet
Die beiden Kühlanlagen befinden sich auf dem Dach eines Bürogebäudes. Dort in der Nähe sind besonders viele Menschen erkrankt. Die betroffenen Anlagen sind mittlerweile ausgeschaltet. Bei den anderen sechs verseuchten Kühlanlagen wurden bisher nur andere Legionellenarten festgestellt, die für den Menschen ungefährlich sind.
Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Die Basler Kriminalpolizei ermittelt. Gegen wen sich das Strafverfahren richtet, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.
Wo man sich mit Legionellen anstecken kann
Legionellen sind Bakterien, die bei Menschen Krankheiten verursachen können - bis hin zu Lungenentzündungen. Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt empfiehlt, bei Verdacht auf eine Lungenentzündung sofort einen Arzt aufzusuchen. Legionellen können nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Legionellen fühlen sich am wohlsten bei Wassertemperaturen von 25 bis 45 Grad. Dann beginnen sie, sich zu vermehren und auszubreiten. Unter 20 Grad vermehren sie sich kaum. Ab 60 Grad werden sie weitgehend abgetötet.
Warmes Wasser, das nicht regelmäßig ausgetauscht wird - solche Bedingungen gibt es unter anderem in Wasserleitungen, Wasserhähnen, Duschköpfen, Whirlpools und wasserbetriebenen Kühltürmen von Kälte- und lüftungstechnischen Anlagen. Nicht betroffen sind Klimaanlagen und Wärmepumpen, die in Privathaushalten genutzt werden.
So kann man sich vor Legionellen schützen:
- Leitungswasser im Haushalt auf über 60 Grad erhitzen. Das Umweltbundesamt rät dazu, die Wassertemperatur immer auf mindestens 55 Grad zu halten.
- Wasserleitungen sollten grundsätzlich regelmäßig genutzt werden und sogenannte tote Leitungen im System vermieden werden, damit kein Wasserstillstand auftritt.
- Trinkwasserentnahmestellen sollten regelmäßig gesäubert werden (zum Beispiel die Duschbrause).
- Trinkwasseranlagen, vor allem auch in Hotels, Sportanlagen und Schwimmbädern, sollten sachgemäß gewartet sein.