Wegen großen Lücken im Haushalt drohte dem Kaiserstuhlbad in Ihringen (Kreis Breisgau Hochschwarzwald) das Aus. Nun hat der Gemeinderat entschieden: Die geplante Sanierung soll doch nicht kommen. Dafür soll der Förderverein Kaiserstuhlbad e.V. gemeinsam mit der Verwaltung die vertraglichen Grundlagen für den Betrieb des Vereinsbades prüfen und eine "Minimal-Lösung" für die Sanierungen erarbeiten.
Initiative hat monatelang für Erhalt des Freibads gekämpft
Bis zu 60.000 Badegäste im Jahr kommen laut der Gemeinde ins Kaiserstuhlbad. Damit ist es nicht nur für Ihringen, sondern auch für die Region ein wichtiger Naherholungsort. Seit Anfang des Jahres die Gemeindeverwaltung mitgeteilt hatte, dass das Freibad möglicherweise schließen muss, haben sich viele Menschen in Ihringen für ihr Kaiserstuhlbad ausgesprochen. Auch Ex-Radsportprofi Jan Ullrich unterstützte die Initiative. Er wohnt im Nachbarort Merdingen.
In der letzten Gemeinderatssitzung hatte der Förderverein seinen Plan vorgestellt, mit dem die Wiedereröffnung gelingen soll. Dabei wollte man durch ehrenamtliches Engagement, flexible Strukturen und die Kombination aus Mitgliedsbeiträgen und regulären Eintrittsgeldern die Betriebskosten drastisch senken. Das Betriebskonzept unterstützt der Gemeinderat. Doch die geplante Sanierung will man so nicht mehr vorantreiben. Der nötige Eigenanteil ist zu teuer.
Minimal-Lösung bei Sanierung
Um den Betrieb des Bades trotzdem schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können, werde derzeit eine "Minimal-Lösung" geprüft, schreibt der Förderverein in einem aktuellen Statement. Statt einer Gesamtsanierung mit Kosten von rund 4,5 Millionen Euro erwägt man zunächst, nur die Auskleidung des Schwimmbadbeckens zu erneuern und die dringendsten technischen Probleme zu beheben.
Aufgeben ist für uns keine Option
Damit könnte die Grundlage für eine Wiedereröffnung geschaffen werden. Das gemeinsame Ziel von Gemeinde und Förderverein stehe fest: Das Bad soll für die gesamte Bevölkerung wieder zugänglich sein.
Kaiserstuhlbad-Sanierung war eigentlich schon genehmigt worden
Die eigentlich geplante Sanierung des Kaiserstuhlbades hätte 4,5 Millionen Euro gekostet. Die Förderzusage vom Bund in Höhe von 3 Millionen Euro hatte der Ihringer Bürgermeister Benedikt Eckerle (parteilos) schon erhalten. Für den Rest hatte das Landratsamt inzwischen eine Kreditaufnahme von rund 1,4 Millionen Euro genehmigt. Die Kosten für das Sanierungskonzept, das die Gemeinde in den vergangenen Jahren zusammen mit einem Planungsbüro erarbeitet hatte, belaufen sich nach SWR-Informationen auf etwa 560.000 Euro.
Mit der Kehrtwende des Gemeinderats steht jetzt weiterhin offen, wie genau der Weiterbetrieb des Kaiserstuhlbades ermöglicht werden soll. Auch die Kosten für eine etwaige "Minimal-Lösung" liegen noch nicht vor. Der Verein ist dennoch optimistisch, dass in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat eine Lösung gefunden wird, die sowohl den technischen Anforderungen als auch dem gesellschaftlichen Interesse gerecht wird.