Solidarität bekunden mit Musik und Spenden: Der Verein "Ukrainehilfe direkt" und die Freiburger Blues Association haben am Samstagabend ein Benefizkonzert im Freiburger Gasthaus Schiff veranstaltet. Per Livestream war das Blues-Funk-Rock-Konzert für alle im Internet zugänglich. Mehrere Kneipen sowie Krankenhäuser, Gemeinden und Clubs in der Ukraine übertrugen das Konzert ebenfalls.
Vor Beginn des Konzertes wurden einige Partnerorganisationen in der Ukraine live zugeschaltet. Kateryna Terechova ist Initiatorin eines Geflüchtetenheimes in Berezynka und hilft mit ihrer Organisation in Kiew Menschen, deren Wohnräume durch Drohnen- und Raketenangriffe zerstört wurden. Kurz vor der Liveschalte war sie noch im Bunker.
Ruslana Korina war aus Charkiw zugeschaltet, wo sie Menschen unterstützt, die zur Flucht nicht in der Lage sind. Außerdem arbeitet sie mit ihrer Organisation „Hearts of the Unbreakable“ an der Wiederinstandsetzung eines Kinderkrankenhauses. Auch ein Waisenhaus in Mukatschewo zählt zu den Projektpartnern.
Die ehemalige südbadische Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer mahnte bei ihrer Rede, dass der Krieg in der Ukraine für uns in Deutschland nicht zur Gewohnheit werden dürfe. Die Verbindung von Kultur und humanitärer Hilfe sei hierfür eine starke Botschaft.
Sie zeigen uns auch, was Kultur ist, und was Kultur kann. Und genauso ist Freiburg: ein buntes und ein kulturell vielfältiges Stadtbild.
Musik als verbindendes Element
Das Motto „Hilfe, die ankommt“ verbinde das deutsch-ukrainische Team von „Ukrainehilfe direkt“, so Vorstandsmitglied Alexander Gavrylenko. Er kommt selbst aus der Ukraine und lebt seit mehr als 15 Jahren in Deutschland. Aber auch Musik könne verbinden. Gavrylenko übersetzte die Redebeiträge aus der Ukraine. „Ukrainehilfe direkt“ möchte den Menschen vor Ort mit dem helfen, was sie genau jetzt brauchen, erzählt er. Dafür fahren sie zweimal im Jahr mit Hilfskonvois in die Ukraine, die nächste Fahrt steht im November an.
Ein halbes Jahr war der Verein gemeinsam mit der Freiburger Blues Association mit der Planung des Abends beschäftigt. Über 60 Ehrenamtliche waren an der Organisation des Abends beteiligt. Das Konzert mit David Frankie, Donata Chiari und der Band BlueFunk solle den Menschen in der Ukraine zeigen, dass sie nicht allein sind. Gleichzeitig solle die Aufmerksamkeit für Menschen in Freiburg aufrechterhalten werden, damit der Krieg nicht vergessen wird, so Gavrylenko.
Spenden und Ziele
Die Kosten für das Konzert werden durch Sponsoren gedeckt, erklärt Vorstandsmitglied Dietmar Klausmann. Er erhofft sich, dass im Rahmen der Veranstaltung 20.000 bis 25.000 Euro zusammenkommen. Der Verein möchte beispielsweise eine Solaranlage für das Waisenhaus finanzieren, um die Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme sicherzustellen.
Die Sachspenden für den kommenden Transport sammelt der Verein gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der evangelischen Montessori-Schule in Freiburg-Vauban sowie in einem Supermarkt in Freiburg-Zähringen. Das große Ziel für Gavrylenko und seine Kollegen ist, dass die Ukraine diese Art von Hilfe nicht mehr braucht und wieder Frieden herrschen kann.