Aus christlicher Nächstenliebe bietet das Lörracher "Café Kreuzweg" warme Mahlzeiten für alle an. In seinem Spendenaufruf bezeichnet es sich selbst als das "einzige Gratis-Restaurant Deutschlands". Zum Essen kommen Obdachlose, Drogenabhängige, Einsame oder einfach Menschen mit einem kleinen Geldbeutel. Ihnen allen möchten Robby Horvath und sein Verein "Diakonische Stadtarbeit Kreuzweg e.V." das Leben ein wenig leichter machen.
Wenn die blaue Tür aufgeht, beginnt das Gedränge
Pünktlich zur Essenszeit schließt Robby Horvath die blaue Tür des Cafés auf und begrüßt seine Gäste. Meist stehen sie dann schon davor Schlange. Sobald die Tür aufgeht, haben es viele eilig. Sie wollen schnell hinein und zur Theke, an der das Essen ausgegeben wird.
Aus Erfahrung wissen die Gäste: Fleisch ist oft knapp und deshalb schnell weg. Denn auf den Tellern landet, was von der Wärmetheke eines Lörracher Supermarkts übrig geblieben ist. Der Markt spendet die Lebensmittel an das "Café Kreuzweg". Für die Rentnerin Mariola Wolczynska aus Zell im Wiesental, die wenig Geld hat, ist das "Gratis-Restaurant" eine große Hilfe.
Wenn ich hier esse, gebe ich weniger Geld für die Einkäufe aus.
Kredit von über einer Million für Café-Eröffnung
Vor fünf Jahren hat der Verein "Diakonische Stadtarbeit Kreuzweg e.V." um Robby Horvath das Café eröffnet. Das Gebäude hat Robby gemeinsam mit seiner Frau und einem Freund gekauft und dem Verein für das Gratis-Restaurant zur Verfügung gestellt.
Dass die Bank ihnen dafür einen Kredit von deutlich über einer Million Euro gegeben hat und ihre Idee tatsächlich funktionierte, kann Robby manchmal selbst kaum glauben.
Manchmal kommt es mir vor wie im Traum.
Auch wenn das Geld - wie zuletzt - knapp ist, glaubt Robby Horvath glaubt fest daran, dass Gott es richten wird und das Café eine Zukunft hat. Ab und zu liest er seinen Gästen im Café auch einen Bibelvers vor. Dann erzählt er auch davon, wie er selbst zum Glauben gefunden hat. In einer christlichen Gemeinschaft habe er sich zum ersten Mal angenommen und wie in einer echten Familie gefühlt.
Robby hat nach Gewalt im Elternhaus zum Glauben gefunden
Denn Robby weiß selbst, wie es ist, wenn das Leben aus der Bahn gerät. In seinem Elternhaus bestimmten nach seinen Worten Gewalt und Leistungsdruck den Alltag. Seine beiden Brüder seien daran zerbrochen. Robby ist überzeugt: Sein Glaube an Jesus hat ihm geholfen.
Auch wegen seiner eigenen Geschichte könne er sich gut in Menschen hineinversetzen, denen es schlecht geht. Ihnen zu helfen, ist für ihn, wie er sagt, seine "Berufung".
Spenden sichern die Zukunft des "Café Kreuzweg"
Bis zu 60 warme Mahlzeiten wollen Robby Horvath und seine Mitstreiter auch weiterhin täglich an Menschen ausgeben, die sie brauchen. Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Aktion ist die Finanzierung des Cafés nun wieder für einige Zeit gesichert.
Langfristig möchte sich der Verein darauf aber nicht verlassen müssen. Deshalb soll ein Freundeskreis entstehen, der das Café regelmäßig unterstützt. So soll aus der kurzfristigen Rettung eine langfristige Zukunft für das Gratis-Restaurant werden.