Platz 6 (46 Punkte) Marion Poschmann: Flussfragmente
Ein Erkundungsgang zwischen Erinnerung und Poesie. Marion Poschmann schreibt nie über, sondern immer in und mit ihren Gegenständen.
Lyrik entdecken – Gedichte, poetische Sprache und literarische Stimmen.
Ein Erkundungsgang zwischen Erinnerung und Poesie. Marion Poschmann schreibt nie über, sondern immer in und mit ihren Gegenständen.
Was erzählt die Literatur über ein Land? Wir reisen nach Tschechien und entdeckt eine Literaturlandschaft zwischen großer Erzähltradition und überraschend schrägen Gegenwartsromanen.
Was er wohl für eine Lokomotive vor Augen hatte, als der Lyriker Gerrit Engelke im Jahr 1912 sein Gedicht „Lokomotive“ verfasste? Die Dampflok-Fans Helmut und Hans Sieber vermuten: „Sechzehn rote Räderpranken, 20 Meter lang, 16 bar Überdruck - es kann nur eine preußische Lok gewesen sein, die der Hannoveraner zum Vorbild seiner Verse nahm.“
Wir verkaufen mit Eva Menasse ein Haus und lesen mit Hannah Mann und Sara Rai Familiengeschichten. Anne Weber empfiehlt Robert Walser. Und Eka Kurniawan will nicht mehr beten.
Carola Jaeckel versendet vier Mal im Jahr an Abonnent*innen Briefe mit Gedichten und Infos dazu - Überraschungspost im Briefkasten. In einer Zeit, in der wir fast nur noch per Smartphone kommunizieren. Die Gedichte stammen von Carola Jaeckel selbst oder von anderen, zum Teil sind sie neu und bisher unveröffentlicht. Die Lyrikbriefe können eine Möglichkeit sein, sich einmal in Ruhe auf ein Gedicht einzulassen und zu entschleunigen.
Wir besprechen neue Bücher aus Indien und dem südlichen Afrika. Die aber alle auch von den USA und Europa erzählen. Historische Verflechtung!
Die Dichterin Christine Langer ist als freiberufliche Journalistin sowie Literatur- und Kulturvermittlerin tätig. Ihre Gedichte richten den Blick ins Weite und messen der Leichtigkeit im rastlosen Alltag eine neue Gewichtung zu. Im Detail findet sie das große Ganze, wichtig ist ihr das Sich-Noch-Wundern-Können. Sie übt sich kontinuierlich im poetischen Denken und Sprechen und unterstreicht ihr Lebenskonzept mit verdichteten Momentaufnahmen sinnlicher Wahrnehmung. Sie hat fünf Gedichtbände bei etablierten Verlagen publiziert.
Ann Kathrin Ast ist leidenschaftliche Musikerin, sie hat Cello studiert. Und sie schreibt Gedichte. In ihrer Lyrik spielt die Musik ebenfalls eine große Rolle, aus der Rhythmik der Verse formt die Lyrikerin klingende Sprachmelodien. Der Inhalt der Gedichte bezieht sich oft auf das Erleben von Musik - was passiert in mir, wenn ich Musik höre? In den Gedichten von Ann Kathrin Ast finden sich dazu viele Ideen.
Für den Basler Schriftsteller Dieter Fringeli lag in der Kürze die Würze. Seine Gedichte sind oft so kurz wie ein Aphorismus, manchmal bestehen sie aus nur einem Satz oder aufs Äußerste zugespitzten Worten. So heißt etwa im Gedicht „kalendarisches memento“: wer ahnt / was uns heute / verblüht. Der Wallstein Verlag präsentiert nun in dem Band „das leben gefällt mir auch ohne mich“ eine Auswahl aus den zwölf Lyrikbänden des 1999 verstorbenen Autors.
Der Ruhm Gottfried Benns hatte Höhen und Tiefen. Vielen gilt er heute als unerschrockener Modernist und Vertreter einer „Lehre der Kälte“.
Er war Marxist, der Jaguar fuhr und Avantgardist, der Tradition bewahrte: An seinem 100. Geburtstag weist Hans Werner Henzes Werk weit über die Widersprüche seines Lebens hinaus.
Der schwedische Autor Stig Dagerman erzählt in seinen Geschichten „Unser nächtlicher Badeort“ von Verlust und Schrecken, Ängsten und der Vergänglichkeit des Glücks.
Als Jüdin erlebt Dagmar Nick als Jugendliche im Nationalsozialismus Angst und Verfolgung. Schon früh beginnt sie, ihre Erfahrungen in Gedichten zu verarbeiten. Eines ihrer wichtigsten Gedichte - es trägt den Titel „Flucht“ - schreibt sie als 18-Jährige. Erich Kästner, ein Freund der Familie, liest es und ist davon so beeindruckt, dass er es 1945 veröffentlicht. Es ist der Beginn einer beispiellosen literarischen Karriere. Im Mai 2026 wurde Dagmar Nick 100 Jahre alt.
Tagebuch-Texten boomt. Und Lyrik-Lesen auch. Außerdem deuten wir das „Tagebuch eines Landpfarrers“ und probieren „Sprechen in Flechten“. Und folgen der 15-jährigen „Eddi“ in den Sommer.
In einer Spezialausgabe des lesenswert Magazins widmen wir uns anderthalb Stunden lang der Literatur für Kinder. Mit Autor*innen wie Kirsten Boie, Saša Stanišić und Expert*innen aus Praxis und Forschung.
Am 24. Mai feiert der Musiker Bob Dylan seinen 85. Geburtstag. Er kann auf eine Karriere zurückblicken, die vor mehr als 60 Jahren begann. 2016 wurde Dylan für seine poetischen Texte mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Einer seiner spannendsten und zugleich rätselhaftesten Texte ist der des Songs „Visions of Johanna“, der 1966 auf dem legendären Album „Blonde on blonde“ erschien.
Elspeth Barkers Klassiker „O Caledonia” wird neu entdeckt, Hans Pleschinski erzählt von Freiheit und Angst, und das Buchmessengastland Tschechien wirft seine Schatten voraus.
Die deutsch-jüdische Lyrikerin Mascha Kaléko lebte lange in Berlin, wanderte 1938 jedoch aus Angst vor den Nationalsozialisten in die USA aus. Nach Berlin kam sie ein paar mal zurück, nur auf Besuch. Mit ihrem scharfen analytischen Blick nahm sie genau wahr, was sich in der Stadt und in den Menschen dort verändert hatte. Der Autor Volker Weidermann begleitet in seinem neuen Buch „Wenn ich eine Wolke wäre“ Mascha Kaléko auf ihrer Reise durch Berlin. Er liest aus seinem Buch bei der „Freinsheimer Lese“ am 30. Mai in Freinsheim.
Im „Balladenjahr" 1797 traten Goethe und Schiller in einen freundschaftlichen Wettstreit und schrieben einige ihrer berühmtesten Balladen. Friedrich Schiller hinterfragt in seinen Werken oft gesellschaftliche Vorstellungen von Ehre und Tapferkeit und kritisiert Oberflächlichkeit und leere Moral. Besonders deutlich tritt diese Kritik in seiner Ballade „Der Handschuh" aus dem Jahr 1797 zutage.
Witzig, lässig und pointiert: Mascha Kalékos Lyrik klingt nach den 1920ern. 1938 musste die jüdische Dichterin aus Deutschland fliehen. Jetzt erlebt sie ihre verdiente Renaissance.
Der Dichter Novalis verliebte sich schon sehr jung in das Mädchen Sophie. Die beiden verlobten sich, doch kurze Zeit darauf starb Sophie. Der Dichter war zutiefst erschüttert und er hat seinem Leid in „Hymnen an die Nacht“ einen bewegenden poetischen Ausdruck verliehen. Das Liebesleid wird zur christlich-romantischen Todessehnsucht, die dem Leben und dem Diesseits entgegengestellt wird.