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Von Außenseitern und Zeitkapseln

Wiederentdeckt: Hans Pleschinskis Roman aus der Münchener Boheme und Elspeth Barkers Gothic Novel aus Nordschottland. Außerdem: Ein Ausblick auf das Gastland der Frankfurter Buchmesse.

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Stand

Keine Angst vor Pathos

Die schottische Schriftstellerin Ali Smith nannte Elspeth Barkers Roman „O Caledonia“ einmal „einen der besten und am wenigsten bekannten Romane des 20. Jahrhunderts“.

Nun liegt das 1991 erschienene Kultbuch über eine junge Frau, die sich allen Konventionen verweigert, in einer neuen Übersetzung von Verena von Koskull vor.

Auf dem Sofa

Ein künstlerisches Dinner in einem New Yorker Appartment. Eine Erzählerin auf dem weißen Leinensofa, die die bigotte Gesellschaft verachtet – und sich selbst auch.

Zoe Dubno überschreibt in ihrem Debütroman „Nur das Allerbeste“ kunstvoll Thomas Bernhards „Holzfällen“. Der böse Blick auf die Umwelt ist geblieben.

Aufwachsen in der Provinz

Im Herbst dieses Jahres ist Tschechien das Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse. Der junge Autor Marek Torčík feierte mit seinem Debütroman „Was die Zeit nicht nimmt“ einen Sensationserfolg.

Für seine autobiografische Geschichte eines Außenseiters in der Provinz erhielt Torčík den wichtigsten Literaturpreis seines Landes. Zudem wurde das Buch in 27 Sprachen übersetzt. Wir haben den Autor zum Gespräch getroffen.

Die Sehnsucht ist politisch

Am 23. Mai feiert der Schriftsteller Hans Pleschinski seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurde sein Roman „Bildnis eines Unsichtbaren“ aus dem Jahr 2002 mit einem Nachwort von Anja Kampmann neu aufgelegt.

Pleschinski erzählt darin von der schwulen Münchener Boheme der 1970er-Jahre und vom existentiellen Schock durch den Ausbruch der AIDS-Krankheit. Ein Buch über Utopien, Freiheit und Angst.

Nachdenken über Einsamkeit

„Anti-Müller“ ist der Name des Hormons, an dem sich die statistische Fruchtbarkeit von Frauen messen lässt.

Yade Yasemin Önders zweiter Roman „Anti Müller“, geschrieben in wütenden inneren Monologen, ist weit mehr als eine Abrechnung mit dem satten Berliner Altbau-Milieu, sondern auch ein Nachdenken über Mutterschaft und eine vielschichtige Reflexion über die Einsamkeit.

Solidarität erweist sich in dieser Welt als reines Lippenbekenntnis.

Gestrandet in eisiger Nacht

1976. Syvert, ein Ingenieur, bleibt mit seinem Auto in der vereisten norwegischen Küstenstadt Arendal liegen. Er kennt den Ort aus seiner Kindheit.

Während sein Auto repariert wird, hat Syvert es nicht nur mit übersinnlichen Phänomenen zu tun, sondern denkt auch über sein bisheriges Leben nach. Mit „Arendal“ hat der norwegische Starautor Karl Ove Knausgård den fünften Teil seiner „Morgenstern“-Reihe vorgelegt.

Gastland Philippinen Philippinen auf der Buchmesse – Literatur zwischen Taifunen und Kolonialgeschichte

Trotz weniger Übersetzungen sieht SWR-Literaturredakteurin Borchardt die Chance, philippinische Stimmen zu entdecken. Die Autoren redeten Klartext über den Inselstaat.

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Platz 10 (30 Punkte) Karl Ove Knausgård: Die Schule der Nacht

Die Fortsetzung des „Morgenstern“-Zyklus. Es geht um einen Narzissten, der der Kunst alles opfert und ohne Rücksicht auf Verluste agiert. Am Ende wird er tief fallen. Ein „finsteres und unangenehmes Buch“, sagt der Autor selbst.

„Die Wut ist ein heller Stern“ – Ein Sprachkunstwerk von Anja Kampmann Von der Vergangenheit erzählen, als könne sie wieder stattfinden

Von der Bühne ins Bett – Wie die Nazis das Proletariat in St. Pauli gefügig machten   

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Redakteur/in
Christoph Schröder
Moderator/in
Christoph Schröder