Der Tod des jungen 22-jährigen Studenten der Universität Trier, der vergangene Woche auf dem Petrisberg umgebracht wurde, erschüttere das ganze Land. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) sprach daher am Montag der Familie des Opfers, seinen Freundinnen und Freunden sowie allen Angehörigen der Universitätsgemeinschaft in Trier sein Mitgefühl aus. Er stehe mit den Eltern in direktem Kontakt und habe ihnen seine persönliche Unterstützung angeboten.
Bei dem gleichaltrigen Beschuldigten handelt es sich laut Schnieder um einen afghanischen Staatsangehörigen, der seit über zehn Jahren in Deutschland lebt und hier sowohl seinen Schulabschluss als auch seine Berufsausbildung erfolgreich absolviert hat. Seit vier Jahren habe der Tatverdächtige für eine Firma in Trier gearbeitet und als verlässlicher Mitarbeiter gegolten, er sei gut integriert gewesen. Die Tat mache wieder einmal deutlich: "Gewalt mit Messern zerstört Leben und erschüttert unsere Gesellschaft. Dafür darf es in Deutschland keinen Platz geben."
Beschuldigter hatte unbefristeten Aufenthaltstitel
Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums wurde ein Asylantrag des Tatverdächtigen 2017 abgelehnt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe aber ein so genanntes zielstaatsbezogenes Abschiebungsverbot festgestellt. 2023 erhielt der Beschuldigte eine Niederlassungserlaubnis in Deutschland. Also einen unbefristeten Aufenthaltstitel.
22-jähriges Opfer aus dem Kreis Kaiserslautern Nach Messerangriff in Trier: Getöteter Student aus Landstuhl soll am Samstag beigesetzt werden
Der Student Marius Dick, der am Mittwoch in Trier erstochen wurde, stammt aus Landstuhl. Dort sollen am Wochenende Trauerfeier und Beisetzung stattfinden.
Was bisher zum Tathergang am vergangenen Mittwoch bekannt ist: Der Tatverdächtige soll den Studenten aus bisher unbekanntem Grund mit einem Küchenmesser angegriffen und ihm zwei Mal in den Oberkörper gestochen haben. Daraufhin sei das Opfer zusammengebrochen. Es verstarb im Krankenhaus.
Polizei Trier nimmt Tatverdächtigen fest
Der Tatverdächtige flüchtete zunächst. Die Polizei konnte ihn aber nach eigenen Angaben nach kurzer Fahndung in der Nähe finden und festnehmen.
Das Opfer und der Tatverdächtige kannten sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Es dürfte sich um eine zufällige Begegnung gehandelt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags.
Beschuldigter psychisch krank
Der Beschuldigte hat die Tat gegenüber der Polizei zugegeben. Weitere Angaben habe er jedoch nicht gemacht. Am Tag nach der Tat wurde der Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt. Dieser ordnete die einstweilige Unterbringung in einer geschlossenen forensischen Psychiatrie an.
Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen leidet der Tatverdächtige unter einer psychischen Erkrankung. Er habe sich zuletzt deshalb auch in einer Klinik zur Behandlung befunden. Aus diesem Grund könne davon ausgegangen werden, dass er bei der Tat nur eingeschränkt schuldfähig gewesen sei. Ein Sachverständiger soll nun ein psychiatrisches Gutachten erstellen. Die Ermittlungen werden laut Staatsanwaltschaft mehrere Wochen dauern.
Zeugen gesucht
Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen des Vorfalls, sich zu melden. Wer Videos oder Fotos davon hat, kann sie auf einem Portal der Polizei hochladen. Die Polizei warnt davor, solche Bilder in sozialen Netzwerken zu teilen - zum Schutz der Ermittlungen und der Opfer und Angehörigen.