Tödlicher Messerangriff in Trier

MP Schnieder: Tatverdächtiger Afghane galt in Trier als gut integriert

Der Beschuldigte lebt laut Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) seit über zehn Jahren in Deutschland. Er habe hier die Schule abgeschlossen und einen Beruf erlernt.

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Stand

Der Tod des jungen 22-jährigen Studenten der Universität Trier, der vergangene Woche auf dem Petrisberg umgebracht wurde, erschüttere das ganze Land. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) sprach daher am Montag der Familie des Opfers, seinen Freundinnen und Freunden sowie allen Angehörigen der Universitätsgemeinschaft in Trier sein Mitgefühl aus. Er stehe mit den Eltern in direktem Kontakt und habe ihnen seine persönliche Unterstützung angeboten.

"Die Tat in Trier ist entsetzlich. Ein junger Student wurde brutal und viel zu früh aus dem Leben gerissen", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU).
"Die Tat in Trier ist entsetzlich. Ein junger Student wurde brutal und viel zu früh aus dem Leben gerissen", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU). Kay Nietfeld

Bei dem gleichaltrigen Beschuldigten handelt es sich laut Schnieder um einen afghanischen Staatsangehörigen, der seit über zehn Jahren in Deutschland lebt und hier sowohl seinen Schulabschluss als auch seine Berufsausbildung erfolgreich absolviert hat. Seit vier Jahren habe der Tatverdächtige für eine Firma in Trier gearbeitet und als verlässlicher Mitarbeiter gegolten, er sei gut integriert gewesen. Die Tat mache wieder einmal deutlich: "Gewalt mit Messern zerstört Leben und erschüttert unsere Gesellschaft. Dafür darf es in Deutschland keinen Platz geben."

Beschuldigter hatte unbefristeten Aufenthaltstitel

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums wurde ein Asylantrag des Tatverdächtigen 2017 abgelehnt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe aber ein so genanntes zielstaatsbezogenes Abschiebungsverbot festgestellt. 2023 erhielt der Beschuldigte eine Niederlassungserlaubnis in Deutschland. Also einen unbefristeten Aufenthaltstitel.

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Was bisher zum Tathergang am vergangenen Mittwoch bekannt ist: Der Tatverdächtige soll den Studenten aus bisher unbekanntem Grund mit einem Küchenmesser angegriffen und ihm zwei Mal in den Oberkörper gestochen haben. Daraufhin sei das Opfer zusammengebrochen. Es verstarb im Krankenhaus.

Polizei Trier nimmt Tatverdächtigen fest

Der Tatverdächtige flüchtete zunächst. Die Polizei konnte ihn aber nach eigenen Angaben nach kurzer Fahndung in der Nähe finden und festnehmen.

Das Opfer und der Tatverdächtige kannten sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Es dürfte sich um eine zufällige Begegnung gehandelt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags.

Beschuldigter psychisch krank

Der Beschuldigte hat die Tat gegenüber der Polizei zugegeben. Weitere Angaben habe er jedoch nicht gemacht. Am Tag nach der Tat wurde der Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt. Dieser ordnete die einstweilige Unterbringung in einer geschlossenen forensischen Psychiatrie an.

In Trier ist bei einem Messerangriff ein Student getötet worden. Der Tatort liegt auf dem Petrisberg.
In Trier ist bei einem Messerangriff ein Student getötet worden. Der Tatort liegt auf dem Petrisberg.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen leidet der Tatverdächtige unter einer psychischen Erkrankung. Er habe sich zuletzt deshalb auch in einer Klinik zur Behandlung befunden. Aus diesem Grund könne davon ausgegangen werden, dass er bei der Tat nur eingeschränkt schuldfähig gewesen sei. Ein Sachverständiger soll nun ein psychiatrisches Gutachten erstellen. Die Ermittlungen werden laut Staatsanwaltschaft mehrere Wochen dauern.

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Mehr als 1.000 Menschen nahmen an der Uni Trier an einer Gedenkminute für den getöteten Studenten teil. Verena Hafner

Zeugen gesucht

Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen des Vorfalls, sich zu melden. Wer Videos oder Fotos davon hat, kann sie auf einem Portal der Polizei hochladen. Die Polizei warnt davor, solche Bilder in sozialen Netzwerken zu teilen - zum Schutz der Ermittlungen und der Opfer und Angehörigen.

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SWR

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