Urteil: 5 Jahre und 3 Monate Gefängnis

Landgericht Trier verurteilt Mann wegen Bedrohung und Angriff auf Ex-Freundin

Ein Mann hat seine Ex-Freundin geschlagen, gewürgt und mit einer Nagelschere auf sie eingestochen. Das Landgericht Trier hat ihn verurteilt.

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Stand

Von Autor/in Nicole Mertes

Das Landgericht Trier hat einen Mann wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte zu Beginn des Prozesses gestanden, seine Ex-Freundin bedroht, gewürgt und sie mit einer Nagelschere angegriffen zu haben. Es sei ein weiterer Fall von Gewalt gegen eine Frau nach einer Trennung, sagte die Richterin.

Die Tat sei nicht nachzuvollziehen und auch nicht zu entschuldigen, sagte die Richterin in ihrer Begründung. Der Angeklagte habe das Recht, nach einer Trennung wütend, gekränkt und enttäuscht zu sein, doch er müsse sozial adäquat mit seinen Gefühlen umgehen. Sie riet ihm, er solle während der Haft eine Sozialtherapie machen.

Der Angeklagte wurde vor dem Landgericht Trier wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

Der Angeklagte reagierte wütend auf das Urteil, redete mehrmals laut dazwischen, als die Richterin ihr Urteil begründete. Sie ermahnte ihn zweimal, bis er aufhörte, sie zu unterbrechen. Er kann gegen das Urteil Revision einlegen. Seine Verteidiger hatten gefordert, den Haftbefehl aufzuheben und den Mann zu einer Bewährungsstrafe von maximal zwei bis drei Jahren zu verurteilen.

Im Prozess: Gutachterin zu Charakter des Angeklagten

Im Prozess hatte eine psychiatrische Gutachterin gesagt, der Angeklagte habe eine narzisstische Neigung, es sei ihm wichtig, dass der Mann vor allem finanziell über der Frau stehe. Das sei ihm aber nicht gelungen. Seine Ex-Freundin sei beruflich und privat im Leben besser zurecht gekommen. Die Beziehung zeige ein typisches Muster, so die Gutachterin im Prozess.

Geschichte einer toxischen Beziehung endet mit Bedrohung und Gewalt

Dieses Muster sieht so aus: Eine Frau will sich trennen, der Mann will es nicht akzeptieren, er stellt ihr monatelang nach und greift sie schließlich so brutal an, dass sie dabei hätte sterben können. In einem Prozess vor dem Landgericht Trier ging es um die Geschichte einer toxischen Beziehung.

Der Angeklagte hat vor Gericht über seinen Anwalt ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Er gab zu, die Frau mit einem Messer bedroht zu haben, als sie noch zusammen lebten. Bei einer anderen Gelegenheit habe er sie geschlagen und mit einem Kabel gewürgt. Er gestand, ihr monatelang nachgestellt zu haben und schließlich mit einer Nagelschere auf sie eingestochen zu haben.

Der Angeklagte im Prozess um versuchten Totschlag am Landgericht Trier mit seinem Anwalt.
Der Angeklagte hat im Prozess um versuchten Totschlag am Landgericht Trier ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Er sagte aber, er habe seine Ex-Freundin nicht töten wollen.

Doch der Angeklagte ließ über seinen Anwalt sagen, er habe seine Ex-Freundin nicht töten wollen, habe auch nicht damit gerechnet, dass sie bei dem Angriff mit der Nagelschere schwer verletzt werden könnte.

Frau wollte sich trennen - Er greift sie an

In Prozessen wie diesem zeige sich, dass für Frauen ein besonders hohes Risiko besteht, gewaltsam angegriffen oder sogar getötet zu werden, wenn sie eine Trennung angekündigt oder sich gerade getrennt haben, so der Verein Frauenhauskoordinierung e.V.. Nach Angaben des Bundeskriminalamts die Zahl der Straftaten mit Gewalt gegen Frauen kontinuierlich an.

Betroffene Frau sagt vor Gericht als Zeugin aus

Die angegriffene Frau sagte als Zeugin vor Gericht aus. Sie ist auch Nebenklägerin. Es war deutlich zu spüren, dass sie noch immer große Angst hat und wie schwer es für sie war, im Gericht nur ein paar Meter vom Angeklagten entfernt zu sitzen.

Beziehung war früh von Gewalt geprägt

Die Frau sagte, sie habe ihren Ex-Freund an Weihnachten 2022 im Internet kennengelernt. Zuerst sei die Beziehung gut gewesen. Doch dann sei der Mann immer häufiger aggressiv geworden und sei sehr eifersüchtig gewesen. Sogar, wenn sie Zeit mit ihrer Mutter verbracht habe. Außerdem habe er ihr Handy nach Kontakten kontrolliert und Chats gelesen und gedroht, sich etwas anzutun, wenn sie sich trennen würde.

Zwischen Liebe und Leid Wege aus der toxischen Beziehung

Viele Menschen bleiben in toxischen Beziehungen, obwohl diese ihnen schaden. Wie der Ausstieg dennoch gelingen kann und wie ihr Betroffene unterstützen könnt, erfahrt ihr hier.

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Als sie noch zusammen in einer Wohnung lebten, sei sie einmal nachts aufgewacht. Er habe ein Messer in der Hand gehabt und sie bedroht. Danach habe er sich entschuldigt und geschworen, es nie wieder zu tun. Sie sei darauf eingegangen.

Angeklagter stalkte Ex-Freundin

Später sei das Paar in getrennte Wohnungen gezogen. Die Frau sagte, für sie sei die Beziehung damit eigentlich beendet gewesen. Doch ihr Ex-Freund habe immer wieder versucht, zu ihr Kontakt aufzunehmen. Er sei immer wieder bei der neuen Wohnung aufgetaucht. Sie habe die Rollläden ihrer Erdgeschosswohnung immer geschlossen gehalten. Mehrmals habe er sie von außen aufgedrückt. Er sei ihr auch an ihren Arbeitsplatz gefolgt.

Angeklagter wollte Trennung nicht akzeptieren

Laut Anklage wollte der 38-jährige Mann die Trennung nicht akzeptieren. Auch nach dem endgültigen Ende der Beziehung im Oktober 2024 stellte er der Frau weiter nach. Mal brachte er ihr Geschenke und entschuldigte sich, dann wieder soll er sie beleidigt und Geschenke zurückgefordert haben, wenn sie deutlich machte, die Beziehung sei zu Ende.

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Angriff mit Nagelschere

Ende November 2025 war die Frau zu Fuß auf dem Weg zum Trierer Weihnachtsmarkt, wo sie Freundinnen treffen wollte, sagte sie vor Gericht. Plötzlich sei in Höhe der Paulinkirche in Trier-Nord ihr Ex-Freund hinter ihr aufgetaucht, habe sie von hinten gegen den Kopf geschlagen und mit einem metallischen Gegenstand, der ihr vorgekommen sei, wie ein kleines Messer, auf sie eingestochen. Sie habe laut um Hilfe gerufen. Passanten seien dazugekommen und hätten ihr geholfen.

Opfer nach Angriff schwer verletzt

Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass die Frau schwer verletzt wurde. Sie musste operiert werden, war für mehrere Tage auf der Intensivstation. Die Frau sagte aus, sie habe immer noch Angst, schlafe schlecht und sei in Therapie.

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Autor/in
Nicole Mertes
Nicole Mertes ist Redakteurin im SWR Studio Trier.

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