Bei dem Großbrand in einem Spezialbauunternehmen in Sprendlingen (Kreis Mainz-Bingen) hat die Feuerwehr über sieben Stunden versucht die Flammen in den Griff zu bekommen. Dafür wurde auch Wasser aus dem Freibad in Sprendlingen und dem Wiesbach gepumpt.
Wasser aus Freibadbecken hilft Feuerwehr
Die Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen rechnet frühestens am Donnerstag damit, das Freibad wieder öffnen zu können. Nicht nur, weil Wasser abgepumpt wurde, sondern auch, weil Rußpartikel im Schwimmbad gelandet sind.
Das Wasser müsse erst vom Gesundheitsamt untersucht werden, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite des Freibads. Das Freibad liegt nicht weit vom Brandort entfernt.
Löschwasser aus dem Wiesbach
Neben dem Wasser aus dem Freibad hat die Feuerwehr auch Wasser aus dem Wiesbach gepumpt. Wegen der Hitze und der Trockenheit darf seit Ende Juli eigentlich aus dem Wiesbach kein Wasser genommen werden.
Für Feuerwehren gelte diese Regel bei Bränden aber nicht, so ein Sprecher der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Die Gefahrenabwehr für die öffentliche Sicherheit wiege schwerer als mögliche Nachteile für das Gewässer.
Bewohner sollen mit Trinkwasser sparsam umgehen
Mit dem Mix aus Bach-, Freibad- und Trinkwasser sollte verhindert werden, dass das Wassernetz überlastet wird. Denn aktuell steht die Trinkwasserampel in der VG Sprendlingen-Gensingen auf "Gelb". Das heißt, der Trinkwasserverbrauch liegt seit mehreren Tagen nahe des Tagesspitzenverbrauchs.
Wenn die Ampel auf "Rot" springen würde, gäbe es nicht mehr genug eigenes Trinkwasser, sodass die VG dann von anderen Wasserversorgern Trinkwasser bräuchte.
Bewohner und Bewohnerinnen sind aktuell schon dazu aufgefordert, mit Trinkwasser sparsam umzugehen. Also damit zum Beispiel keine Autos sauber zu machen, keine Pools zu befüllen und auch den Garten nur zu gießen, wenn es unbedingt notwendig ist.
Wasser als Brandreserve
Die Wasserwerke halten immer Wasser, eine sogenannte Brandreserve, bereit. "Bei einem Großbrand braucht man aber eben weit mehr, als wir Versorger normalerweise bereitstellen", sagt Eugen Spenst, Vorstand der Verbandsgemeindewerke Sprendlingen-Gensingen.
Löschwasser aus Bad Kreuznach
Bei dem Großbrand in Sprendlingen haben die Verbandsgemeindewerke Sprendlingen-Gensingen mit den Stadtwerken in Bad Kreuznach zusammengearbeitet. Die Bad Kreuznacher Stadtwerke haben während des Brands mehr Wasser aus ihrem Speicher nach Sprendlingen gepumpt, sodass die Feuerwehr damit löschen konnte.
Wasserversorger und Feuerwehr arbeiten eng zusammen
Bei Großbränden sei auch immer jemand von der Wasserversorgung vor Ort, erklärt Spenst. Denn die Mitarbeitenden wüssten genau, welche Leistung die Hydranten hätten oder wie viel Wasser Leitungen und Pumpen transportieren könnten. Mit diesem Wissen können sie also die Feuerwehr unterstützen.
Am Montagmorgen konnte die Feuerwehr dann endlich Entwarnung geben: Der Brand war gelöscht. Wieso es bei der Spezialbaufirma gebrannt hat und wie hoch der Schaden ist, dazu gibt es bisher noch keine Informationen.