Zwei Tage nach dem Großbrand in Lambrecht (Kreis Bad Dürkheim) wurden jetzt laut Polizei einige der betroffenen Gebäude wieder freigegeben. Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer am Dienstagabend aus noch unbekanntem Grund im Innenhof eines Mehrfamilienhauses aus. Dieses Haus ist noch nicht wieder freigegeben. Dort laufen laut Polizei noch Untersuchungen zur Brandursache. Nach Angaben der Kriminalpolizei Neustadt und der Staatsanwaltschaft Frankenthal hatte das Feuer von da aus auf die vier angrenzende Gebäude übergegriffen.
Ob die Bewohner der übrigen Häuser tatsächlich in ihre Wohnungen zurückkehren können, ist noch unklar. Denn "freigegeben" heißt nicht automatisch auch "bewohnbar". Noch sind sie bei Freunden und Bekannten oder in kommunalen Notunterkünften.
Der Brand hatte hohen Schaden verursacht: Die Polizei schätzt ihn auf rund eine Million Euro. Laut Polizei wurden zwei Bewohner durch den Brand leicht verletzt, ein Feuerwehrmann verletzte sich bei den Löscharbeiten ebenfalls leicht. Es brannte von Dienstagabend bis zum folgenden Mittag, bis alles komplett gelöscht war.
Frau wurde vor Brandausbruch beobachtet
Vor dem Brandausbruch wurde eine 36-jährige Frau in dem Innenhof gesehen. Die Polizei hat sie kontrolliert und vorläufig festgenommen. Sie wurde danach aber wieder freigelassen, "da sich die Verdachtsmomente gegen sie nicht erhärtet haben", so die Polizei.
Etwa 30 Menschen mussten wegen des Feuers ihre Häuser verlassen; davon wurden 23 von der Ordnungsbehörde in Wohnungen der Verbandsgemeinde und der Stadt untergebracht. Normalerweise stehen die Wohnungen für Asylbewerber und Obdachlose zur Verfügung. Nun kommen Menschen wie Thomas Abel mit seinen vier Kindern und weiteren Verwandten darin unter.
Probleme mit Asbest?
Im Gespräch mit dem SWR sagte Abel: "Wir wollten nochmal in die Wohnung, aber das war nicht möglich. Man hat den Verdacht, dass alles mit Asbest verseucht ist, aufgrund des Wassers, das vom Nachbarhaus kam. Da hat man Asbest gefunden."
Alle betroffenen Einwohner bekamen Lebensmittel und Hygieneartikel. Seit Mittwochmittag erhalten sie in der Kleiderkammer in Lambrecht kostenlos Kleidung.
Aber die Probleme hören hier nicht auf. Abel erklärt: "Wenn man wirklich betroffen ist und von heute auf morgen nicht mal mehr Unterwäsche hat oder die Geldbörse, ist das furchtbar. Ich kann ja nicht mal auf die Bank gehen und sagen: Ich bin der Herr Abel. Die wissen ja nicht, wer ich bin. Da fangen die Probleme schon an."