Der Direktor der Aufsichtsbehörde ADD in Trier, Thomas Linnertz, erklärte im SWR, man werde mit Hilfe des "Startchancen"-Programms des Landes mehr Personal an die Realschulen in Ludwigshafen bringen; insbesondere an die Karolina-Burger-Realschule Plus und an die Ernst-Reuter-Schule, die sich beide in Brandbriefen zur Situation an ihrer Schule geäußert hatten.
Ziel des "Startchancen"-Programms ist, Bildungsungleichheiten abzubauen. Das Land unterstützt Schulen in sozial benachteiligten Lagen finanziell - mit vielen Kindern, die zu Hause wenig Unterstützung haben, etwa weil die Eltern kaum Deutsch sprechen.
"Ich sah und sehe weinende Kolleginnen" Ludwigshafen: Schlimme Zustände an der Karolina-Burger-Realschule - ein Lehrer packt aus
Gewalt auf den Gängen und im Hof, verzweifelte Lehrkräfte - die Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen war am Donnerstag auch Thema im Bildungsausschuss des Landtags. Wie schlimm es tatsächlich ist, hat eine Lehrkraft dem SWR erzählt.
Mehr Personal durch "Startchancen"-Programm
Das "Startchancen"-Programm stellt normalerweise vor allem Mittel für Schulsozialarbeiter oder pädagogische Assistenten zur Verfügung, damit Lehrkräfte entlastet werden und sich wieder mehr auf Unterrichtsinhalte konzentrieren können.
Wie viel mehr Fachkräfte an die betroffenen Schulen kommen sollen, ist bislang aber nicht klar.
Bessere Zusammenarbeit mit Stadt und Polizei
Zudem stellte der ADD-Präsident eine bessere Zusammenarbeit mit der Stadt Ludwigshafen und mit der Polizei in Ludwigshafen in Aussicht. Wie diese konkret aussehen wird, erklärte er aber in einem Interview mit SWR Aktuell Rheinland-Pfalz am Mittwoch nicht. So beklagten sich die Schulen über eine mangelnde Sicherheit, etwa im Falle eines Amoklaufs und über bauliche Mängel.
Es gibt viel Gewalt in der Stadt Ludwigshafen
Der Landesschülervertreter Alen Katow aus Ludwigshafen betonte gegenüber dem SWR am Mittwoch, dass nur mehr Personal an den Schulen für ein besseres und sicheres Lernumfeld sorgen könne.
"Ich finde, was da fehlt, ist personelle Unterstützung. Soziale Arbeit und psychische Unterstützung. Das ist eigentlich das Wichtigste. Es kommt auch öfter zu Gewalt in der Stadt. Es kommt zu Messerstechereien, Gewaltausübung, Raubüberfällen. Ich finde, es sollten schon Maßnahmen ergriffen werden."
Kritik durch die Opposition
Unterdessen bleiben das Bildungsministerium des Landes und auch die Aufsichtsbehörde stark in der Kritik.
Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jennifer Groß, erklärte im SWR-Fernsehen am Mittwochabend: "Das Problem liegt im Ministerium. Wir haben ein strukturelles Bildungsproblem. Jeder Schüler und jede Lehrkraft muss sich sicher fühlen und sicher lernen können. Und der Minister versteckt sich hinter der ADD, und er versteckt sich hinter der Stadt Ludwigshafen. Er ist der Chef, er muss es zur Chefsache machen."
FWG Rheinland-Pfalz spricht von katastrophaler Entwicklung
Der Landesvorsitzende der Freien Wähler Rheinland-Pfalz, Christian Zöpfchen, sagte: "Ich finde es eine katastrophale Entwicklung, wenn man als Lehrkraft Angst haben muss, morgens in die Schule zu gehen, weil man nicht weiß, wie der Tag wird. Ob man angegriffen wird oder ob man um seine Gesundheit fürchten muss."
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Klima der Angst und der Gewalt an Ludwigshafener Schulen
Die Karolina-Burger-Realschule und auch die Ernst-Reuter-Schule in Ludwigshafen haben beide in Brandbriefen auf ein Klima der Angst und der Gewalt an ihren Schulen aufmerksam gemacht.
Eine Lehrkraft hatte gegenüber dem SWR erklärt: "Man versucht, dass alle unverletzt aus dem Unterricht kommen - Schüler wie Lehrer."