Wenn es draußen besonders heiß und trocken ist, ziehen nicht nur wir Menschen uns eher zurück, auch Wildtiere tun das. "Wir merken schon, dass die Tiere derzeit nicht so aktiv sind", sagt Friedbert Ritter, Leiter des Forstamts Neuhäusel im Westerwald. Eine Notlage aufgrund der aktuellen Dürre und Hitze sieht er fürs Wild aber nicht.
"Wir können nicht erkennen, dass die Tiere geschwächt sind, die finden noch Stellen zum Trinken", so Ritter. Die Förster würden daher auch nicht gezielt Wasser fürs Wild ausbringen. Das Forstamt habe in den vergangenen Jahren generell viel für den Wasserrückhalt im Wald getan, etwa zahlreiche kleine Tümpel angelegt. Davon würden jetzt auch die Tiere profitieren.
Jäger unterstützen Wildtiere vereinzelt mit Wasser
"Im Westerwaldkreis gibt es vereinzelt Jäger, die gerade gezielt Wasser fürs Wild rausbringen", sagt Kreisjagdmeister Bernd Schneider. Die Jäger würden natürliche Tümpel oder Wildschweinsuhlen nutzen, die sie mit Wasser füllen, statt etwa Plastikwannen mit Wasser rauszubringen.
Er selbst findet das je nach Revier sinnvoll, macht das selbst aber nicht. Denn durch Schneiders Revier verläuft die Holzbachschlucht, da würden die Tiere noch genug Wasser finden. "Von solchen Stellen werden die Tiere jetzt angezogen, gleiches gilt zum Beispiel für die Weiher der Westerwälder Seenplatte."
Wildtiere nehmen Wasser auch über Nahrung auf
Wildtiere benötigen auch nicht unbedingt Bäche oder Tümpel, um zu trinken. "Rehe zum Beispiel nehmen einen großen Teil ihrer Flüssigkeit über die Nahrung auf", erklärt Heiko Mades, Kreisjagdmeister des Kreises Cochem-Zell. Aus seiner Sicht spricht zwar nichts dagegen, wenn Jäger zum Beispiel Suhlen mit Wasser befüllen. Auch er sieht aktuell aber keinen Handlungsbedarf, es sei noch genug Wasser in der Natur verfügbar.
"Die Dürre macht aber zum Beispiel den Wildscheinen zu Schaffen. Die können im trockenen und harten Boden jetzt nicht mehr so leicht nach Nahrung suchen", so Mades. Auch im Kreis Cochem-Zell seien aber bislang keine verendeten Tiere aufgrund der Hitze und Dürre gefunden worden.
Jeder kann zuhause Wildtieren mit Wasser helfen
Nicht nur Rehe, Wildschweine oder Hirsche suchen derzeit nach Wasser, auch Vögel und Insekten sind durstig. Der Naturschutzverband NABU empfiehlt deshalb, dass jeder zuhause eine Schale mit Wasser aufstellen kann. Etwa auf dem Balkon oder der Terrasse. Das Wasser sollte man regelmäßig wechseln und die Schale auch mal reinigen, damit sich keine Keime bilden.