In der St. Pius-Kirche wurden Gottesdienste, Feste und Jugendtreffen abgehalten. Davon erzählen die Menschen, die am Montagmorgen (27. Juli) dabei zugeschaut haben, wie der Kirchturm ihrer Kirche immer kleiner wurde. "Das ist sehr traurig", sagt eine Frau, während ein anderer Mann erzählt, wie er hier als Jugendlicher in die Disko gegangen sei: "Ich finde es richtig schade und es tut mir weh."
Das Herz weint unglaublich.
Auch Pfarrer Jörg Meyrer kann diese Gefühle verstehen: "Kirchen aufgeben das ist emotional kaum verkraftbar. Das Herz weint unglaublich." Eine Kirche sei mit so vielen persönlichen Erfahrungen verbunden.
Fünf Jahre danach Dossier: Leben nach der Flutkatastrophe
Die Flutkatastrophe an der Ahr und in der Region Trier liegt fünf Jahre zurück. Einiges ist repariert oder wiederaufgebaut, aber vieles noch lange nicht geheilt. Das ist der aktuelle Stand.
Kirche war in der Flutnacht beschädigt worden
Die Flutkatastrophe hatte das Kirchengebäude von 1968 beschädigt und es war laut Kirchengemeinde in keinem guten Zustand mehr. Eine anschließende Untersuchung hatte noch weitere Probleme zum Vorschein gebracht. Die Sanierung der Kirche hätte die Gemeinde rund 4,6 Millionen Euro gekostet.
"Trotz großer intensiver Überlegungen war das einfach kaum machbar", sagt Pfarrer Meyrer. Weil es in Bad Neuenahr-Ahrweiler schon viele Kirchen gibt und die Zahl der Kirchgänger weiter sinkt, habe sich das Bistum Trier dagegen entschieden, die Sanierung zu unterstützen. Die Gemeinde selbst habe dafür kein Geld gehabt.
58 Jahre nach der Einweihung Katholische Kirche in Ahrbrück wird abgerissen
In Ahrbrück hat der Abriss der Kirche St. Andreas begonnen. Das Gotteshaus war bei der Flutkatastrophe 2021 beschädigt worden. Bürger hatten versucht, die Kirche zu retten.
Kommission beschäftigte sich mit Ideen für Nachnutzung
Mitglieder der Gemeinde hatten sich im Anschluss damit beschäftigt, was man mit der Kirche machen könne. "Die Ideen reichten von der Aula für die anliegenden Schulen bis hin zu einer Festhalle", sagt Meyrer. Aber die Stadt habe dem eine Absage erteilt. Auch weitere Ideen seien nicht zum Tragen gekommen. "So blieb am Ende leider nur die Profanierung und am Ende der Abriss."
Nach dem Glockenturm soll in wenigen Wochen auch das Kirchengebäude Schritt für Schritt abgerissen werden.