Die Familie Arango - das sind Vater Luis, Mutter Maria und ihre vier Kinder - leben seit mehr als zwei Jahren in Deutschland. Ihr neues Zuhause ist die kleine Gemeinde Neuhemsbach im Kreis Kaiserslautern. Dort gilt die Familie aus Kolumbien als gut integriert.
Das Dorf steht hinter der Familie. Laut ihrem Anwalt wird sich nun die rheinland-pfälzische Härtefallkommission mit ihrer Zukunft befassen. Sie hoffen, dass die Kommission ihre gute Integration anerkennt. Wir haben ein Interview mit Familienvater Luis Arango geführt - über die Zukunft und die nagende Unsicherheit.
SWR: Ihre aktuelle Duldung endet nun. Wissen Sie, ob Sie nächste Woche noch in Deutschland sein werden?
Luis Arango: Am Freitag habe ich wieder einen Termin bei der Ausländerbehörde in Kaiserslautern. Aber ich habe keine Ahnung, was passiert. Unsere Duldung galt einen Monat lang. Ein Monat - das ist unsere Zukunft in Deutschland.
SWR: Sie haben schon mehrere Duldungen bekommen. Die hatten immer nur eine Laufzeit von wenigen Wochen. Können Sie aktuell im Voraus planen?
Arango: Wir haben viele Pläne in Deutschland. Meine Kinder haben ein Fußballturnier. Ich wollte eine Ausbildung anfangen und hatte auch schon eine Zusage. Aber aktuell habe ich keine Arbeitserlaubnis. Mir sind die Hände gebunden.
SWR: Sie wohnen in Neuhemsbach in einer Mietwohnung. Funktioniert das trotz Ihres unsicheren Aufenthaltsstatus?
Arango: Da ist alles in Ordnung. Ich habe kein Problem mit der Wohnung. Mein Problem sind gerade nur die Behörden. Wir haben keine Information über unsere Zukunft. Das ist schwierig für uns.
SWR: Wie geht es Ihren Kindern?
Arango: Unsere Kinder gehen weiterhin zur Schule und in den Sportverein. Aber sie fragen jeden Tag: "Was passiert morgen? Wann ist unsere Reise?" Die Kinder haben ihr Leben in Deutschland - ihre Freunde, die Schule, den Sportverein.
Jobs, Deutschkenntnisse und Engagement im Ort Dorf entsetzt: Muss eine Familie aus Kolumbien trotz guter Integration den Kreis Kaiserslautern verlassen?
In Neuhemsbach sorgt eine geplante Abschiebung für große Bestürzung. Eine Familie aus Kolumbien soll Deutschland verlassen – dabei gilt sie im Ort als bestens integriert.
SWR: Warum wollen Sie in Neuhemsbach bleiben?
Arango: In Neuhemsbach werde ich immer wieder gefragt: "Luis, brauchst du Hilfe?" Oder: "Luis, ich bin da für dich." Das Dorf ist unsere Familie. Uns geht es gut hier. In Kolumbien haben wir keine Perspektive. Dort ist es gefährlich für uns - es gibt dort viel Kriminalität und viele Drogen.
SWR: Was macht Ihnen Hoffnung?
Arango: Ich habe alles gemacht für unsere Zukunft in Deutschland. Meine Frau und ich hatten eine Arbeit, ich war bei der freiwilligen Feuerwehr, ich habe Deutsch gelernt. Die Härtefallkommission ist deshalb jetzt sehr wichtig für uns.
Anmerkung der Redaktion: Das Interview wurde auf Deutsch geführt. Zur besseren Verständlichkeit wurden die Antworten von Herrn Arango teilweise angepasst (z.B. Sätze vervollständigt oder umgestellt).