Seit rund zwei Jahren lebt Familie Arango in Neuhemsbach. In Kolumbien wurde die Familie verfolgt. Vater Luis arbeitet hier in einem Entsorgungsbetrieb und engagiert sich in der Freiwilligen Feuerwehr. Mutter Maria hilft regelmäßig in der örtlichen Kita aus und singt im Chor. Auch im Fußballverein ist die Familie fest eingebunden.
Familie Arango: gute Integration im Kreis Kaiserslautern
"Wir sehen ja, wie sie sich einbringen, wie sie sich eingelebt und integriert haben", sagt Vereinsmitglied Christian Laubscher. "Keiner von uns kann das so richtig begreifen, dass das dann in ein paar Tagen einfach alles vorbei sein soll. Sie würden hier fehlen, das muss man einfach so sagen."
In der Kindertagesstätte "Windmacher" sind zwei der vier Arango-Kinder längst Teil der Gemeinschaft. "Die Kinder erlebe ich als sehr soziale Kinder, sie sind sehr geschätzte Kinder, tolle Spielpartner", erzählt Kita-Leiterin Sabrina Jung. "Man sieht einfach: sie sind dabei, wie alle anderen auch."
Wenn sich Menschen so integrieren wie diese Familie, dann setzen wir uns als Dorf dafür ein, dass sie bleiben dürfen.
Neuhemsbach: Das ganze Dorf steht hinter der Familie
Dass die Familie nun abgeschoben werden soll, versteht im Ort kaum jemand. Der Asylantrag wurde abgelehnt, weil die Behörden wohl nicht ausreichend Belege für eine konkrete Verfolgung in Kolumbien sahen. Die Dorfgemeinschaft von Neuhemsbach mit zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern, hofft nun auf ein positives Ende bei einer Härtefallprüfung.
Auch Vater Luis macht deutlich, wie sehr seine Familie in Neuhemsbach Wurzeln geschlagen hat: "Das ist für uns alles hier in Deutschland. Neuhemsbach ist unser Zuhause."
Bürgermeisterin appelliert für Bleiberecht
Ortsbürgermeisterin Silke Brunck (SPD) betont, es müsse immer Raum für Einzelfallentscheidungen bleiben: "Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte. Nur weil jemand nicht aus einem Land kommt, in dem aktuell Krieg herrscht, heißt das nicht, dass er nicht bedroht ist", so die Bürgermeisterin. "Wenn sich Menschen so integrieren wie diese Familie, dann setzen wir uns als Dorf dafür ein, dass sie bleiben dürfen."