"Wir haben zurzeit eine Warteliste für Kinder-Schwimmkurse, die ist knapp zwei Jahre lang. Deshalb ist die Idee sehr gut. Das würde uns eine Menge Arbeit abnehmen." Für Christopher Kipry von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Kaiserslautern ist klar: Je mehr Grundschulkinder schnell schwimmen lernen, umso besser. Jahrelange Wartelisten für einen Kurs seien bei Vereinen in der Region jedoch keine Seltenheit.
Jedes dritte Kind in RLP kann nicht schwimmen
Schon vergangenes Jahr lautete die Bilanz für Rheinland-Pfalz: Jedes dritte Kind kann nicht schwimmen. Genau hier könnte laut der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) ein neues, sogenanntes Schwimmzentrum in Kaiserslautern helfen. Das Konzept dahinter: Statt neue Schwimmbäder zu bauen, sollen bestehende Bäder in Kaiserslautern genutzt werden. Dort wird der Schwimmunterricht dann für Schulen zentral organisiert.
Effizienterer Schwimmunterricht soll Kinder vor dem Ertrinken schützen
Das Konzept setzt auf klare Abläufe und feste Schwimmlehrer vor Ort. So müssen Schulen keine eigenen Sportlehrer mehr stellen und der Unterricht kann effizienter gestaltet werden. "Wenn die einen fertig sind und sich umziehen, kann die andere Klasse schon rein ins Wasser", sagt die Bildungsministerin. Das spare Zeit und erleichtere die Organisation für die Schulen.
Zu wenig Schwimmlehrer und Bäder in Kaiserslautern
Die langen Wartezeiten für Schwimmkurse haben mehrere Gründe: Laut Kipry vom DLRG in Kaiserslautern fehlt es an Schwimmlehrern und an Bädern. Es sei "schwer Leute zu bekommen, die den Kids schwimmen beibringen wollen". Immerhin sei das Ganze ehrenamtlich, erklärt Kipry. Gleichzeitig gebe es in Kaiserslautern und der Region zu wenig Schwimmbäder für den Unterricht der Kinder.
Rheinland-Pfalz setzt auf vorhandene Schwimmbäder
Weil vielerorts kein Geld da ist, neue Schwimmbäder zu bauen, setzt das Land auf bestehende Bäder. Städte wie Trier und Ludwigshafen haben bereits solche Schwimmzentren. In Kaiserslautern soll das Modell nach den Sommerferien starten. Die Kosten für die Schwimmlehrkräfte übernimmt das Land, nicht jedoch für die Schwimmbäder selbst.
Details zum Schwimmzentrum in Kaiserslautern noch offen
In welchem Schwimmbad das Schwimmzentrum in Kaiserslautern eingerichtet wird, steht laut Stadtverwaltung noch nicht fest. Das Ziel sei, Schulschwimmen in Kaiserslautern in Zukunft besser und sinnvoller zu koordinieren, sodass möglichst viele Kinder sicher schwimmen lernen können.