Im Fritz-Walter-Stadion ist es gerade ungewöhnlich still. Die Ränge sind leer, aus der Westkurve kommen keine Gesänge. Stattdessen sind in der Sommerpause immer wieder Geräusche von Bauarbeiten zu hören. Denn während die Mannschaft auf die neue Saison hingearbeitet hat, wurde auch am Stadion gearbeitet. Für die Fans werden einige der Veränderungen beim nächsten Besuch auf dem Betzenberg in Kaiserslautern unmittelbar zu sehen und zu spüren sein.
Rutschfeste Treppen im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern
Eine davon befindet sich direkt unter ihren Füßen. Jeder, der schon mal "uffm Betze" war, weiß: An nassen Tagen oder wenn das ein oder andere Getränk auf dem Boden landet, können die Treppen im Stadion ziemlich rutschig sein. Deshalb bekommen sie nach und nach einen neuen, rutschfesten Bodenbelag. In der Sommerpause wurde bereits ein Teil der Treppen beschichtet, der Rest soll im kommenden Jahr folgen.
Vor allem bei Regen oder im Herbst soll das den Weg auf die Tribünen sicherer machen. "Wir müssen keine Sorgen mehr haben, wenn es ein bisschen glatt wird oder wenn es nass wird, dass wir die Treppen runterfallen", sagt Stefan Weiler von der Stadiongesellschaft.
Neues Betzenberg-Flutlicht
Deutlich aufwendiger ist eine andere Baustelle. Hoch oben unter dem Stadiondach werden die bisherigen Flutlichter durch moderne LED-Strahler ersetzt. Der Austausch ist nicht nur eine optische oder energetische Modernisierung - er war notwendig.
Bei einem Test der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte sich herausgestellt, dass die bisherige Beleuchtung nicht mehr ausreicht. Ohne eine Verbesserung hätte das Konsequenzen für den Spielbetrieb haben können. "Das hätte bedeutet, dass mein Pächter, der FCK, die Lizenz nicht bekommt. Und wir hätten keine Flutlichtspiele mehr machen können", sagt Weiler.
Bis zum ersten Heimspiel sind die neuen Flutlichter angebracht. Statt bislang rund 250 alten Strahlern sollen künftig etwa 150 LED-Strahler für besseres Licht sorgen.
LED-Lichter kosten mehr als zwei Millionen Euro
Ein einfacher Lampenwechsel ist das allerdings nicht. Das Fritz-Walter-Stadion ist rund 34 Meter hoch. Die Arbeiter müssen über sogenannte Catwalks oder mit Hubsteigern zu den Strahlern unter dem Dach gelangen und sie dort montieren und exakt ausrichten.
"Also ich könnte es nicht machen", lacht Weiler. Dafür seien Spezialfirmen nötig. Finanziell ist die neue Beleuchtung eine große Investition. Rund zweieinhalb Millionen Euro kostet die Flutlichtanlage. Finanziert wird sie über mehrere Jahre.
Aufzüge wurden nach rund 20 Jahren saniert
Eine weitere Veränderung dürfte vor allem für Menschen wichtig sein, die nicht gut zu Fuß sind. Auch die Aufzüge im Fritz-Walter-Stadion werden saniert.
In den vergangenen rund 20 Jahren sei dort nicht viel passiert, sagt Weiler. Zwei Aufzüge seien inzwischen vollständig sanierungsbedürftig gewesen. Einer davon wurde bereits erneuert, der zweite soll noch folgen. Auch dabei geht es um die Sicherheit und Barrierefreiheit des Stadions. Die Kosten dafür liegen laut Weiler im sechsstelligen Bereich.
FCK und Stadiongesellschaft teilen sich Kosten
Insgesamt will die Stadiongesellschaft in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Euro investieren. Neben Treppen und Aufzügen geht es dabei beispielsweise auch um Arbeiten am Beton und weitere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit. Auch abseits der Tribünen wird gebaut. Das sogenannte Kiebitz-Gebäude zwischen den Trainingsplätzen wird modernisiert. In der ehemaligen Gaststätte sind heute unter anderem Räume für die Security-Mitarbeiter untergebracht, die an Spieltagen im Einsatz sind. Im Zuge der Sanierung bekommt das Gebäude unter anderem ein neues Dach.
Die Aufgaben zwischen Stadiongesellschaft und dem 1. FC Kaiserslautern sind dabei aufgeteilt. Während sich der FCK etwa um sportbezogene Bereiche wie den Rasen oder die VIP-Logen kümmert, ist die Stadiongesellschaft vor allem für "Dach und Fach" und die Verkehrssicherheit zuständig.
1. FC Kaiserslautern startet gegen Wolfsburg
Was jetzt in den vergangenen Wochen passiert ist, fällt Besuchern dann auch schon bald auf. Am Wochenende beginnt nämlich die neue Saison für die Roten Teufel. Das erste Spiel ist aber auswärts beim VfL Wolfsburg. Doch am zweiten Spieltag können die FCK-Fans schon mal schauen, ob das neue Flutlicht heller ist. Dann spielt Lautern nämlich im Derby gegen den Karslruher SC. Anpfiff ist um 20:30 Uhr.