Winzer setzt Oliven-Bäume in seinen Weinberg

Oliven in der Pfalz: Winzer im Zellertal startet ungewöhnliches Experiment

Kann Olivenanbau in der Pfalz funktionieren? Ein Winzer im Donnersbergkreis probiert es aus. Ein Ortsbesuch beim ersten Pflanztag im Weinberg.

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Von Autor/in Maren Kaps

Ein Weinberg im Zellertal im Donnersbergkreis, ein sonniger Vormittag. Doch statt mit Reben ratert hier heute eine Pflanzmaschine mit kleinen Olivenbäumchen über die Zeilen. Stück für Stück bringt die Maschine sie im gleichen Abstand in den Boden; Reihe für Reihe. "Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Bauchweh, dass mit der Pflanzung alles so funktioniert", sagt Winzer Kristof Puder. "Weil die Maschine ja eigentlich für Weinreben ist, nicht für Olivenbäume – aber es funktioniert."

Olivenbäume statt Reben: Pflanzung im Zellertal beginnt

Rund 900 Bäume pflanzt Puder heute, sechs verschiedene Sorten. Die Idee dazu sei eher beiläufig entstanden, erzählt er, aus einer Bierlaune heraus: "Es ging darum, was wir mit unserer Erntemaschine für die Trauben noch alles machen könnten, da die eigentlich nur 20 bis 30 Tage im Jahr im Einsatz ist."

Aus der Überlegung, die teure Erntemaschine besser auszulasten, wurde schnell mehr – ein Blick auf Mandeln, sogar auf Orangen. Am Ende blieb Puder bei den Oliven hängen. "So der Mandelfreund bin ich auch nicht, bin eher so der Oliven-Typ", sagt er. Fünf der sechs Sorten, die an diesem Vormittag in den Weinberg gesetzt werden, sind reine Ölsorten, eine lässt sich also auch einlegen.

Winzer im Zellertal im Donnersbergkreis pflanzt zum ersten Mal Olivenbäume.
Winzer Kristof Puder hat sich vor dem Projekt Wissen über Olivenanbau in Portugal angeeignet.

Weinbau in der Krise: Olivenanbau als neuer Markt

Der Weinbau, sagt Puder, stehe zunehmend unter Druck. "Die gesamte Landwirtschaft ist ja eben so ein bisschen unter Druck, sei es der Ackerbau, sei es der Weinbau. Und mit den Oliven hoffen wir, dass wir vielleicht noch einen neuen Markt erschließen können."

Kurz vor dem Pflanztermin, sah es allerdings schlecht für das Projekt aus. Der Transport der jungen Bäume aus einer Baumschule in Spanien wurde zur Geduldsprobe. Erst sollten sie verschickt werden, dann sagte die Spedition ab, eine zweite verlangte ein kleines Vermögen. Am Ende organisierte Puder den Transport selbst und holte die Bäume mit dem Sprinter.

Puder führt das Weingut in der achten Generation. Der Umstieg auf Oliven ist für ihn auch eine Reaktion auf den Klimawandel. Weinanbaugebiete verschieben sich zunehmend nach Norden, selbst innerhalb Deutschlands. Aus seiner Sicht ist es nur folgerichtig, dass sich auch die Anbaugebiete für Oliven perspektivisch verändern.

Wie lange dauert es, bis sich der Umstieg für Winzer lohnt?

Ob sich die Investition am Ende auszahlt, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. "Auf lange Perspektive gesehen, denke ich mal, dass wir so in drei, vier, fünf Jahren über die Erfolge sprechen können", so Puder, "ob das System, wie wir es uns vorstellen, funktioniert." Ein erster kleiner Erfolg ist für ihn schon die jetzige Pflanzung selbst, dass die improvisierte Technik überhaupt funktioniert. Der eigentliche Erfolg aber steht noch aus: das erste eigene Olivenöl, die ersten eingelegten Früchte.

Winzer im Zellertal im Donnersbergkreis pflanzt zum ersten Mal Olivenbäume.
Weinberg im Zellertal: Die ersten Olivenbäume sind gepflanzt.

Erster Erfolg für den Winzer im Zellertal

Ganz neu ist die Idee mit den Oliven in der Region allerdings nicht. Vor rund 20 Jahren hat ein Weingut aus dem Nachbarort schon einmal Olivenbäume zwischen die Reben gepflanzt, erzählt Puder beim Pflanzen der Olivenbäume. Im ersten Winter kam Frost und es überlebten nur zwei oder drei. Im vergangenen Frühjahr wurde der Weinberg gerodet, aber ein Baum stand da immer noch. "Der hat das überlebt, die letzten 20, 30 Jahre", sagt Puder. "Deshalb sehe ich da auch Potenzial, dass es hier funktioniert."

Social-Media-Beitrag auf Instagram

Für den ersten Tag des Projekts steht jetzt aber noch an, die Bäume ordentlich zu gießen. "Wasser steht schon da vorne, das hängen wir in den Traktor rein, ein großer Weinschlauch", sagt Puder, "und dann kriegt jedes Bäumchen so zehn bis 15 Liter Wasser." Denn riskieren dass ein Bäumchen abstirbt, das möchte er nicht.

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Maren Kaps
Maren Kaps, SWR Aktuell Studio Kaiserslautern

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