Ein Blick auf die landesweiten Zahlen zeigt: Zweibrücken und Pirmasens stechen in der Kategorie "Ohne Schulabschluss" hervor. Fast 15 Prozent aller Schulabgänger in Zweibrücken und knapp 17 Prozent in Pirmasens haben zuletzt die Schule ohne einen Abschluss in der Tasche verlassen.
Die absoluten Zahlen werden durch die Statistischen Ämter von Land und Bund erhoben, die zuletzt veröffentlichten stammen aus dem Jahr 2024.
In allen anderen Städten und Kreisen in Rheinland-Pfalz fällt der Anteil an Schulabgängern ohne Abschluss geringer aus als in Pirmasens und Zweibrücken. Nach unseren Berechnungen lag er oftmals bei rund zehn Prozent oder darunter.
Dörfliche Strukturen können beim Schulabschluss helfen
Gleichzeitig gibt es auch einen Landkreis in der Westpfalz, der zuletzt mit einer besonderes niedrigen Quote auffiel: Im Landkreis Südwestpfalz hatten 2024 nur rund drei Prozent der Schulabgänger keinen Abschluss. Das liege unter anderem an günstigen Rahmenbedingungen, lautete die Antwort der Kreisverwaltung. "Die Menschen kennen sich eher aufgrund der dörflichen Struktur. Damit ist der Zusammenhalt stärker ausgeprägt und an den Schulen wird rechtzeitig darauf geachtet, dass niemand durchs Raster fällt."
Warum stechen Pirmasens und Zweibrücken hervor?
Für die auffälligen Zahlen in Pirmasens und Zweibrücken gibt es laut Bildungsministerium mehrere Gründe: "Die Realschulen plus weisen in beiden Städten einen über dem Landesdurchschnitt liegenden Anteil an jungen Menschen mit Migrationshintergrund auf", teilte ein Sprecher mit. Außerdem gebe es besonders viele Kinder und Jugendliche, die aus einkommensschwachen Familien stammen.
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Die Realschulen plus, ein Zusammenschluss von Haupt- und Realschule, seien deshalb hervorzuheben, weil das Problem dort häufiger auftrete als in anderen Schulformen. Außerdem gebe es in den beiden Städten insgesamt weniger junge Menschen, die ein Gymnasium besuchten. "Dort kommt es so gut wie nie vor, dass jemand ohne Abschluss geht." Dafür gebe es jeweils zwei Förderschulen in Pirmasens und Zweibrücken - mehr als in anderen Städten und Kreisen. In den Förderschule könnten viele gar keinen Abschluss erwerben - zum Beispiel, wenn sie eine geistige Behinderung hätten.
Andere Herausforderungen in der Schule als früher
In Pirmasens ist das Problem lange bekannt. In den letzten Jahren sind die Abgänge ohne Abschluss dort sogar nochmal gestiegen. "Wir hatten einen massiven Anstieg an Zuwanderung aus dem Ausland", erklärte Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU). Damit sei auch der Anteil an Kindern und Jugendlichen, die wenig oder kein Deutsch sprächen, stark angestiegen. Daneben gebe es aber auch soziale Probleme, etwa Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten. "Das erschwert die Wissensvermittlung in der Schule", sagte Zwick.
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"Das ist aber nicht nur ein Pirmasenser Problem."
In Pirmasens gibt es bereits eine sogenannte "Keine/r ohne Abschluss"-Klasse. Dort bekommen Schulabbrecher nochmal eine neue Chance, einen Abschluss zu machen. "Wir haben inzwischen andere Herausforderungen als früher", sagt der Pirmensenser Oberbürgermeister. "Wenn wir jetzt nichts ändern, werden die Probleme zunehmen." Er schlägt etwa die Einführung sogenannter Vorbereitungsklassen oder ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr vor.