Die IG Metall Mitte fordert in der anstehenden Tarifrunde fünf Prozent mehr Geld für die rund 388.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland sowie in Thüringen. Das hat die regionale Tarifkommission der Gewerkschaft mit großer Mehrheit in Mainz beschlossen.
Fünf Prozent mehr Lohn sollen Inflation ausgleichen
Mit dem geforderten Lohnplus soll in erster Linie die gestiegene Inflation ausgeglichen werden. Hier sind nach Angaben der IG Metall die Ergebnisse einer Befragung von Beschäftigten in die Forderung eingeflossen, nach der sich diese vor allem wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten Sorgen machten.
Pfalzmetall: Lohnplus gefährdet Beschäftigung
Die Arbeitergeberverband PfalzMetall kritisiert, dass ein Lohnplus von fünf Prozent an der wirtschaftlichen Realität vorbeigehen würde. Die Forderung der IG Metall würde die Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigung in Rheinland-Pfalz gefährden. Seit 2018 sei die Produktion der Metall- und Elektroindustrie um 15 Prozent gesunken, während die Tarifentgelte im gleichen Zeitraum bereits um 20,5 Prozent gestiegen seien.
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PfalzMetall appelliert an die Gewerkschaft, die Kostenbelastung zu begrenzen, um Arbeitsplätze zu sichern. Es dürfe nicht noch zusätzlich an der Kostenschraube gedreht werden.
IG Metall fordert Schutz für Arbeitsplätze und Standorte
Die Gewerkschaft will in den anstehenden Tarif-Verhandlungen mit den Arbeitgebern in den vier Bundesländern des IG Metall-Bezirks Mitte auch über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten sprechen. Für Beschäftigte von wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen, etwa in der Rüstungsindustrie, soll es nach dem Willen der Gewerkschaft eine tarifliche Gewinnbeteiligung geben und eine soziale Komponente, damit untere Lohngruppen bessergestellt werden.
Keine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche
Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben. Eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche, wie es manche Arbeitgeber bereits gefordert hatten, lehnt Bezirksleiter Jörg Köhlinger kategorisch ab. Er rechnet mit einer schwierigen Tarifauseinandersetzung.
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IG Metall stellt sich auf kämpferische Tarifrunde ein
Jörg Köhlinger betont, dass die wirtschaftliche Situation derzeit keine gute Basis für eine sachliche Tarifrunde sein werde. Die Arbeitnehmervertreter müssten sich auf eine kämpferische Runde einstellen.
Die wirtschaftliche Situation sei herausfordernd, und die Arbeitgeber führten einen abgestimmten, flächendenkenden Kampf gegen tarifliche Standards. Das sei keine gute Voraussetzung für eine kompakte und sachlich geführte Tarifrunde.
388.000 Beschäftigte im Bezirk IG Metall Mitte betroffen
Bei den regional geführten Verhandlungen, die im Oktober beginnen sollen, ist der IG-Metall-Bezirk Mitte für etwa 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie 28.000 Metallerinnen und Metaller in Thüringen zuständig. Bundesweit gibt es nach Angaben der Gewerkschaft 3,8 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie.
Erste Tarifverhandlung startet im Oktober
Am Mittwoch muss der IG Metall-Vorstand die Forderungen noch endgültig absegnen. Die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe findet dann am 9. Oktober in Frankfurt statt. Am 12. Oktober verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern in Thüringen in Erfurt. Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.