Lukas Ruf kann sich noch genau an den Brand vom vergangenen Wochenende erinnern. "Da wird es einem echt anders", sagt der Forstrevierleiter. "Gedacht habe ich erst mal gar nichts, sondern nur gefühlt. Das war eine Mischung aus Angst - und ganz mulmig einfach", so Ruf. Grundsätzlich geht von dem verbrannten Gelände inzwischen keine Gefahr mehr aus. Trotzdem bleibt die Situation in Oppenau (Ortenaukreis) und anderen Wäldern in Baden-Württemberg angespannt.
Polizei ermittelt Waldbrand in Oppenau: Haben Jugendliche Großeinsatz ausgelöst?
In Oppenau hat am späten Samstagabend ein rund 3.000 Quadratmeter großes Waldstück gebrannt. Laut Polizei könnte eingesetzte Pyrotechnik den Brand ausgelöst haben.
Hauptgefahr sind Trockenheit und Wind
Daran wird sich nach Meinung des Försters erst einmal nichts ändern. Es gebe immer mehr Hitzeperioden, teilweise mit Temperaturen über 40 Grad. Dazu gibt es kaum Niederschlag und oft kommt noch Wind dazu - eine gefährliche Mischung, sagt Ruf: "Da reicht dann schon die klassische Zigarette, die weggeworfen wird." Er rechnet damit, dass das Thema Waldbrände in Zukunft in Deutschland noch viel mehr Bedeutung bekommen wird.
Förster: "Waldbrandprävention muss im Alltag ankommen"
Für sich und seinen Wald hat Förster Ruf aus dem Brand einiges gelernt. Er will das Thema noch mehr in seinen Arbeitsalltag integrieren. "Man muss viele Kleinigkeiten jetzt ändern. Zum Beispiel die Walderschließung: Die Wege und Straßen müssen in einem guten Zustand sein." Dabei geht es zum einen um die Erreichbarkeit der Fläche. Je besser das Wegenetz, desto schneller komme man an die betroffenen Stellen ran, erklärt Ruf.
Zum anderen würden vegetationsfreie Zonen helfen, einen Brand zu bekämpfen. Das habe sich auch am vergangenen Wochenende gezeigt: Das Feuer habe sich quasi genau an einem Wanderweg entlang geschlängelt, so der Förster. "Außerdem müssen Wasserquellen mitgedacht werden: Wo ist der nächste Bach? Wo komme ich am schnellsten an Wasser?", sagt Ruf.
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Vor allem in den Sommermonaten kann es vermehrt zu Waldbränden kommen - nicht nur in Südeuropa, sondern auch bei uns. Wie groß die Gefahr vor Ort ist, zeigt der Waldbrandgefahrenindex.
Faktor Mensch bleibt größte Gefahr für den Wald
Auch die Baumwahl hat demnach einen Einfluss auf mögliche Brände. Bäume mit ätherischen Ölen, zum Beispiel Nadelbäume, brennen tendenziell besser als Laubbäume. Allerdings sei der betroffene Bereich in Oppenau ein Mischwald gewesen - mehr könne man bei der Bepflanzung eigentlich nicht machen. "Im Prinzip kann jeder Wald, egal ob Mischwald, Nadelwald, brennen", so Ruf.
Wirklich besser könne man Wälder vor Waldbränden wahrscheinlich auch deshalb nicht schützen, weil der Ursprung fast immer menschlich sei. Entweder wie in Oppenau durch Pyrotechnik oder auch durch Zigaretten oder offenes Feuer.
"Die Natur holt sich die Fläche jetzt zurück"
Um das abgebrannte Stück Wald muss sich Forstrevierleiter Ruf nur wenig kümmern - das meiste mache die Natur selbst. "Die Natur wird sich die Fläche wiederholen. Das heißt, dass die Fläche sich wieder begrünen wird, ohne dass wir aktiv was machen müssen", so der Förster.
In den nächsten Tagen werden Ruf und sein Team die Fläche noch "beräumen", das heißt, alles was noch locker liegt, fixieren oder entfernen. Danach kann die Natur übernehmen. Und ein bisschen wird der Förster auch nachhelfen. "Es ist wichtig, dass hier wieder Bäume wachsen, da pflanzen wir vielleicht noch nach. Hier ist es sehr steil, deshalb muss die Fläche bepflanzt sein. Das schützt vor Steinschlag und vor Erosion", erklärt Ruf.