Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VW-Werke hat sich Oliver Blume schon gestellt, am Donnerstag ist dann auch Audi in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) dran: Der VW-Chef wird zur dritten Betriebsversammlung des Jahres erwartet. Eigentlich starten diese immer am Audi-Stammsitz in Ingolstadt. Doch dass es dieses Mal direkt in Neckarsulm losgeht, zeigt die Brisanz der Veranstaltung - geht es doch schließlich darum, dass Blume der Mitarbeiterschaft seine Sparpläne erläutern muss. Die könnten unter Umständen bedeuten, dass in Heilbronn-Franken ab 2034 die Bänder stillstehen.
Bereits Protestveranstaltungen in den vergangenen Wochen
Solche Betriebsversammlungen finden zwar hinter verschlossenen Türen statt. Doch wenn es nach verschiedenen Berichten geht, soll Blume unter anderem ausgerechnet in der VW-Zentrale in Wolfsburg ausgepfiffen worden sein, als er vor die Belegschaft trat. In Neckarsulm fanden in den vergangenen Wochen bereits zwei Kundgebungen statt, jeweils rund 6.000 Mitarbeitende kamen zu lautstarken Protesten vor dem Werkstor zusammen. Die Stimmung dürfte also angespannt sein.
Was wird ab 2034 in Neckarsulm produziert?
Für das Werk geht es um alles: Der VW-Aufsichtsrat hat bestätigt, dass ab 2034 bisher keine Folgebelegung gewährleistet werden könne. Ende 2033 laufen die aktuell in Neckarsulm produzierten A5 und A6 aus, noch in diesem Jahr bereits der A8. Wo dessen Nachfolger vom Band rollt? Unklar. Offiziell hat Audi noch nicht einmal verkündet, ob es sich dann um einen Verbrenner oder ein Elektroauto handelt.
Wird es ein Werk in den USA geben?
Zusätzlich schwelt die ganze Zeit die Frage nach einem Audi-Werk in den USA. VW soll Nordamerika als Zukunftsmarkt auserkoren haben, nachdem das Geschäft in China alles andere als gut läuft. Außerdem belasten die US-Zölle die Bilanz massiv. Der Auslastung der hiesigen Standorte dürfte ein solches Werk jedoch schaden, dabei liegt diese bereits jetzt deutlich unter dem Möglichen. 2025 rollten in Neckarsulm 181.000 Autos vom Band, die maximale Produktionskapazität liegt jedoch bei rund 225.000 Stück.
Erste Sparmaßnahmen in Neckarsulm laufen
Dabei bemüht sich der Standort bereits um Einsparungen. So gibt es ab November keine Nachtschicht mehr, für rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fallen dadurch hohe Zuschläge weg. Außerdem soll durch die Umstellung die Montagehalle effizienter genutzt werden.
Reichen wird das jedoch nicht. Bis Juni 2027 müssen die Kosten noch deutlich weiter gedrückt werden - dann könne über eine Folgebelegung ab 2034 diskutiert werden, so der Plan bei VW.