Die partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend wollen sich viele Menschen aus Baden-Württemberg anschauen. Da fragt sich, wie das Wetter wird, ob Wolken am Himmel sind. "Die Bedingungen vom Wetter her sind perfekt", so SWR-Wetterexperte Gernot Schütz. Wer aber zur Sonnenfinsternis nicht draußen sein kann oder will, kann das Spektakel online live verfolgen (ab 19:30 Uhr):
"Gegen 19 Uhr geht das Spektakel ja los, um 20 Uhr erreicht es den Höhepunkt", erklärt SWR-Wetterexperte Hartmut Mühlbauer. Wie den Tag über sind auch dann nur wenige Wolken vorhanden und "es müsste jetzt dann schon ziemlich blöd laufen, wenn sich gerade da eine Wolke vor die Sonne schiebt", sagt er.
Guter Blick auf den westlichen Horizont
Klarer Himmel, sehr gute Sicht, ideale Verhältnisse also - aber weil die Sonnenfinsternis sehr spät stattfinde, so Mühlbauer, also von 19:20 bis 20:30 Uhr etwa, "muss man natürlich schauen, dass man auf den westlichen Horizont einen guten Blick hat". Sonst sehe man nichts, weil die Sonne schon tiefer stehe.
"Die Abschattung übrigens ist in Freiburg 89 Prozent, also 11 Prozent fehlen und da kann man schon gut was sehen, aber natürlich, eine Sonnenfinsternisbrille braucht man auf jeden Fall", so Mühlbauer. Diese sollte man immer dann aufhaben, wenn man in die Sonne schaue. "Das ist wirklich wichtig und natürlich auch, wenn die Sonne abgeschattet ist, es sind ja immer noch 11 Prozent, es ist ja keine totale Sonnenfinsternis."
Wo man einen schönen Sonnenuntergang sehen konnte
Die Sicht ist gut, die Sonnenfinsternisbrille im Gepäck, wo ist dann der ideale Ort, um nach Westen zu schauen? "Umso weniger Häuser und Bäume drumherum sind, umso besser natürlich", so Mühlbauer. Aber man könne die partielle Sonnenfinsternis auch in Innenstädten sehen. "Nach Westen zu muss halt alles frei sein." SWR-Wetterexperte Gernot Schütz erklärt dazu: "Wer in den letzten Tagen irgendwo eine Stelle gehabt hat, wo er einen schönen Sonnenuntergang sehen kann, da kann er jetzt hingehen, um sich die Sonnenfinsternis anzuschauen."
Wie die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 aussah:
Astronom dämpft Erwartungen: Mehr wie eine Wolke
Ein Tübinger Astronom dämpft die Erwartungen an die partielle Sonnenfinsternis: "Wer nichts von dem Phänomen weiß, wird davon auch nichts wahrnehmen", sagte Klaus Werner von der Universität Tübingen der "Stuttgarter Zeitung". Wenn man nicht gezielt mit Schutzbrille hinschaue, sei das Ganze mehr wie eine Wolke, die gerade vorbeiziehe und die Sonne verdunkle. Erst bei 100 Prozent Abdeckung der Sonne falle schlagartig Dunkelheit ein und die leuchtende Korona - also der Strahlenkranz der Sonne - werde sichtbar. Das Himmelsspektakel interessiere ihn aber dennoch als Naturereignis. Beeindruckender sei jedoch eine totale Sonnenfinsternis, wie sie in Teilen Spaniens und Islands zu beobachten sein wird.
Wie ist die Sicht auf die Perseiden?
Neben der partiellen Sonnenfinsternis findet derzeit ein weiteres Spektakel am Himmel statt - die Chancen, Sternschnuppen zu sehen, stehen gut. Das Wetter bietet auch für die sogenannten Perseiden beste Voraussetzungen. Wer also nach der partiellen Sonnenfinsternis noch nicht genug hat, auf den wartet etwas später Runde zwei: "Da kann man sich also auf jeden Fall auf die Lauer legen und nach Sternschnuppen schauen", erklärt der SWR-Wetterexperte. "Ich würde sagen, das sind jetzt ideale Verhältnisse." Ein paar Wolken seien hin und wieder mal unterwegs, aber viele seien es nicht und meist lösten sie sich im Laufe der Nacht auf. SWR-Wetterexperte Gernot Schütz empfiehlt, in Richtung Nordost bis Ost zu schauen, um die Sternschnuppen am Nachthimmel zu sehen.