Laut Polizei sollen sich Diebe mehrfach Zugang zu einem stillgelegten Betriebsgelände in einem Industriegebiet in Forbach (Kreis Rastatt) verschafft haben. Dort hätten sie vermutlich Maschinen und Betriebsanlagen demontiert, um an Kupfer zu kommen. Dabei könnten unkontrolliert schadstoffhaltige Betriebsstoffe in die Murg gelangt sein, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Das Landratsamt Rastatt spricht von 200 bis 300 Litern Öl.
Erste Ölschlieren bereits Ende Juli
Nach Angaben der Polizei wurde bereits am 26. Juli eine erste Verunreinigung der Murg gemeldet. Damals sei das verunreinigte Wasser in den Kanal des Wasserkraftwerks abgeleitet und durch die Feuerwehr gebunden worden. Das Landratsamt Rastatt hatte vergangenen Freitag eine weitere Verunreinigung der Murg durch Öl bekannt gegeben - und zunächst Sanierungsarbeiten auf Höhe des Parkplatzes Emisau in Forbach am 5. August als Ursache genannt. Man habe umgehend Sofortmaßnahmen eingeleitet, etwa durch Ölsperren. Dadurch sei der Öleintrag gestoppt worden.
Zeugen bemerken mutmaßliche Kupferdiebe
Welche Rolle die Sanierungsarbeiten am Ende für die Verunreinigung durch bis zu 300 Liter Öl spielten, bleibt vorerst unklar. Bei den polizeilichen Ermittlungen rückt der Kupferdiebstahl im Forbacher Industriegebiet in den Fokus. Auf die mutmaßlichen Diebe machten am vergangenen Sonntag Zeugen aufmerksam. Diese hatten bemerkt, wie zwei 21 und 44 Jahre alten Männer ein leerstehendes Fabrikgebäude betraten und offenbar Kupfergegenstände von Maschinen abtrennten. Bei einer Kontrolle ihres Autos fand die Polizei mutmaßliche Tatwerkzeuge.
Außerdem wurden am Fahrbahnrand der B462 insgesamt sechs bereitgestellte Einkaufstüten mit diversen Gegenständen aus Kupfer sicher gestellt. Bereits einen Tag zuvor waren zwei weitere Verdächtige kontrolliert worden. Auch hier entdeckte die Polizei zum Abtransport bereitgestelltes Kupfer.
Empfehlung: Vorerst nicht in der Murg baden
Das Landratsamt empfiehlt weiter, in dem Abschnitt zwischen Forbach und Gaggenau nicht in der Murg zu baden oder zu angeln - bis weitere Nachuntersuchungen abgeschlossen sind. Die Ölsperren sollen in den kommenden Tagen abgebaut werden. Ein Fischsterben durch das ausgetretene Öl sei bis jetzt nicht festgestellt worden.