Die Eisheiligen sind da: Einer alten Bauernregel zufolge ist in dieser Zeit der letzte Frost zu erwarten. Wie SWR-Wetterexperte Andreas Machalica bereits vergangene Woche sagte, sei das dieses Jahr aber eher unwahrscheinlich. Kühlere Tage stehen in dieser Woche jedoch trotzdem bevor.
- Wie fallen in diesem Jahr die Eisheiligen aus?
- Was sind die Eisheiligen?
- Bringen die Eisheiligen 2026 Frost?
- Welches Wetterphänomen steckt dahinter?
- Wie beeinflusst der Klimanwandel die Eisheiligen?
- Gibt es nach den Einheiligen keine Frostgefahr mehr?
Wie fallen in diesem Jahr die Eisheiligen aus?
Nach dem frühsommerlichen Wochenende sind die Temperaturen zum Wochenstart merklich gesunken und erreichen laut dem Deutschen Wetterdienst Werte zwischen 13 und 19 Grad. Die Temperaturen sollen sich demnach die gesamte Woche in diesem Bereich halten. Mancherorts ist in Baden-Württemberg auch mit Schauern und Gewittern zu rechnen.
"Wobei man jetzt noch nicht genau sagen kann, wann es da jetzt mal regnen wird und wann dann zwischendurch auch mal die Sonne scheint. Es wird sicherlich auch immer wieder mal ein paar freundliche Phasen geben", sagte SWR-Wetterexperte Machalica. Zeitweise soll es auch recht windig werden. "Also das ist dann wirklich kein besonders frühlingshaftes Wetter mehr. Es ist im Prinzip dieses kühle Wetter, was man ja gerne mal Mitte Mai noch hat - Stichwort Eisheilige", so Machalica weiter.
Bringen die Eisheiligen 2026 Frost?
Die Frostgefahr schätzte Machalica als gering ein, ganz ausgeschlossen sei Frost aber nicht: "Wenn wir mal eine relativ klare und windschwache Nacht haben, kann es auch nächste Nacht punktuell zumindest in den berühmten ungünstigen Lagen, also in Tälern und Senken, vielleicht auf der Schwäbischen Alb zum Beispiel, Richtung Nullgrad gehen." Aufgrund der Wetterlage sei dann aber kein kräftiger Frost zu erwarten, der große Schäden verursache.
Was sind die Eisheiligen?
Jedes Jahr Anfang Mai geht ein besorgter Blick vor allem von Obstbauern auf die Wettervorhersagen: Die Eisheiligen stehen bevor und sie haben schon häufig späte Fröste gebracht, die die Blüten schädigten. Die Eisheiligen liegen immer zwischen dem 11. und 15. Mai - 2026 also Montag bis Freitag. Benannt sind die fünf Tage nach den Namenstagen frühchristlicher Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Sie heißen:
- 11. Mai - Mamertus, Bischof von Vienne
- 12. Mai - Pankratius, frühchristlicher Märtyrer
- 13. Mai - Servatius, Bischof von Tongeren
- 14. Mai - Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer
- 15. Mai - Sophia von Rom - oder im Volksmund die "Kalte Sophie", frühchristliche Märtyrerin und Mutter dreier geweihter Jungfrauen
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist der Begriff "Eisheilige" historisch gewachsen. Entstanden sei er aus der Beobachtung, dass es im Frühjahr jährlich gegen Mitte Mai des Öfteren zu Kaltlufteinbrüchen kam. Aufzeichnungen des DWD beobachteten bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast regelmäßig solche Kaltlufteinbrüche aus der Arktis.
Welches Wetterphänomen steckt dahinter?
Solche Kälteeinbrüche können laut DWD auch heute noch überall in Mitteleuropa zu dieser Jahreszeit vorkommen, sie sind ein sogenanntes wiederkehrendes Wetterphänomen. Das seien Wetterlagen, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit überdurchschnittlicher Wahrscheinlichkeit auftreten. Dazu gehörten auch die Schafskälte, die Hundstage, der Altweibersommer und das Weihnachtstauwetter.
Besondere Bedeutung haben die Eisheiligen demnach früher vor allem erlangt, weil die Polarluft in einer Zeit nach Deutschland kam, in der die Blüte der Pflanzen und Bäume besonders frostempfindlich ist - Anfang bis Mitte Mai und das besonders in der Nacht.
In Norddeutschland gelten die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden und Südosten Deutschlands kommt noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofie) hinzu, wohingegen der 11. (Mamertus) dort nicht gültig ist. Diese eintägige Differenz zu Beginn der Eisheiligen erklärt sich aus dem Zeitraum, den die Kaltluft benötigt, um von Norden nach Süden zu ziehen, so der DWD.
Wie beeinflusst der Klimawandel die Eisheiligen?
Der Frost, der für die Pflanzen vor allem in der Nacht so gefährlich sei, komme in den vergangenen Jahren durchschnittlich etwas früher im Jahr, sagt der DWD. Das sei eventuell ein Indiz für die Auswirkungen des Klimawandels. So wirkten sich aber vor allem die kalten Nächte der Eisheiligen im Vergleich nicht mehr so stark auf die Blütezeit im Mai aus, heißt es. Das bedeute im Umkehrschluss aber nicht, dass die Eisheiligen wegen des Klimawandels tendenziell seltener zuschlagen würden, sagte SWR-Wetterexperte Michael Kost: "Es ist einfach eine lokal, geografisch begrenzte Art Bauernregel. Es sind meist die letzten Kaltlufteinbrüche in unseren Breiten, welche die Ernte oft kältebedingt schädigen."