Seit Monaten wird über eine mögliche Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) diskutiert. Am Donnerstagnachmittag spricht VW-Chef Oliver Blume bei einer Betriebsversammlung zu den Beschäftigten. Im Mittelpunkt stehen die Sparpläne. Der Betriebsrat sieht es positiv, dass der VW-Chef persönlich kommt, um über die Perspektiven zu sprechen.
Oliver Blume bei Betriebsversammlung Die Zukunft von Audi in Neckarsulm: Jetzt tritt der VW-Chef vor die Belegschaft
Wie geht es mit Audi in Neckarsulm weiter? VW-Vorstandsvorsitzender Blume wird darüber am Donnerstag auf der Betriebsversammlung direkt zur Belegschaft sprechen.
Großes Interesse an Betriebsversammlung bei Audi in Neckarsulm
Nach Angaben des Betriebsrates ist das Interesse an der Versammlung groß. Es würde deutlich mehr Anmeldungen für Wortbeiträge geben als in der Vergangenheit. Daher wird auch damit gerechnet, dass die Versammlung länger geht. Währenddessen ruht im Werk die Produktion.
Der Betriebsrat fordert weiterhin mehr Auslastung und den Bau eines E-Modells am Standort in Neckarsulm. Denn bisher kann das Unternehmen keine Folgebelegung ab 2034 gewährleisten. Ende 2033 laufen die aktuell in Neckarsulm produzierten A5 und A6 aus, noch in diesem Jahr der A8. Am Donnerstag wird deswegen auch ein bisschen auf die Verbundenheit von VW-Chef Blume zum Standort gehofft. Denn in Neckarsulm begann seine berufliche Laufbahn einst als Trainee.
Unter den Mitarbeitenden ist die Stimmung dagegen weiter betrübt. Sie sei nicht mehr wie früher, berichteten mehrere Mitarbeiter vor der Versammlung dem SWR. Sie hoffen deswegen auf klare Worte von VW-Chef Blume und konkrete Äußerungen zur Zukunft des Werkes. So befürchtet zum Beispiel Mitarbeiter Michael Siegmann, dass die Produktion und Forschung mehr und mehr ins Ausland verlagert wird.
Zukunft von Audi in Neckarsulm großes Thema
Die Sparpläne sorgen sowohl bei den rund 15.000 Beschäftigten als auch in der gesamten Region für Zukunftsängste. Deshalb wurde zuletzt auch die "Allianz für Audi Neckarsulm" ins Leben gerufen. Sie wurde von Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD), dem Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) und Landrat Norbert Heuser (parteilos) gegründet.
Die Allianz setzt sich aus verschiedenen Entscheidern aus Wirtschaft und Politik der Region zusammen. Das Bündnis will zusammen Vorschläge erarbeiten, wie im Audi-Werk Neckarsulm die Kosten gesenkt und bestehende Kompetenzen ausgebaut werden können.