Verdacht des Abrechnungsbetrugs

Klinikum Friedrichshafen: Weitere Ermittlungen gegen ehemaligen Chefarzt eingestellt

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen einen ehemaligen Chefarzt des Klinikums Friedrichshafen sind laut Staatsanwaltschaft Stuttgart beendet. Es ging um Abrechnungsbetrug.

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Von Autor/in Moritz Kluthe

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat das Ermittlungsverfahren gegen einen früheren Chefarzt des Medizin Campus Bodensee wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs eingestellt. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber dem SWR. 

Der Verdacht habe im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen nicht erhärtet werden können, heißt es von der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Laut dem Anwalt des Arztes waren Gegenstand des Verfahrens unter anderem Vorwürfe zur Abrechnung intensivmedizinischer Leistungen und der Begründung für medizinische Eingriffe an Herzklappen.

Anwalt: "Kein ärztliches Fehlverhalten" festgestellt

Demnach überprüften Ermittlungsbehörden hierzu unter anderem Dienstpläne, die Qualifikation des eingesetzten ärztlichen Personals, Abrechnungsdaten und Behandlungsfälle. Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter renommierter kardiologischer Sachverständiger sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die medizinische Indikationsstellung, also die medizinische Begründung für den Eingriff, nachvollziehbar belegt und kein ärztliches Fehlverhalten feststellbar war.

Der ehemalige Chefarzt sei somit vollständig entlastet, teilte sein Anwalt mit. Denn damit seien alle gegen den Mediziner geführten strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt. Erst im Juni hatte die Staatsanwaltschaft Ravensburg ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung beendet.

Suizid von Ärztin löste Ermittlungen aus

Der Suizid einer Ärztin am Klinikum Friedrichshafen vor fast drei Jahren hatte die Untersuchungen ins Rollen gebracht. Sie hatte dem Chefarzt Behandlungsfehler und die fahrlässige Tötung eines Patienten vorgeworfen.

Nach einer internen Untersuchung entließ die Klinik ihn, unter anderem wegen angeblicher Pflichtverletzung, wie es damals hieß. Über die Kündigung des Chefarztes wurde vor dem Arbeitsgericht in Ulm gestritten. Einen Gütespruch, also den Vorschlag für einen Vergleich, lehnte der Aufsichtsrat des Klinikums ab.

Der damalige Geschäftsführer des Medizin Campus Bodensee, Jan-Ove Faust, wollte sich auf SWR-Anfrage zu der jetzigen Entscheidung der Staatsanwaltschaft nicht äußern. 

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Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild

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