Er wird drei bis fünf Meter hoch, hat einen dicken Stängel, weiße Blüten und ist für den Menschen giftig: Der Riesenbärenklau. Eine invasive Pflanzenart aus dem Kaukasus. Die Menschen im Ulmer Ortsteil Eggingen haben mit dem Schädling zu kämpfen. Doch sie setzen auf tierische Unterstützung in Form von Zebus. Die aus Indien stammenden Rinder haben die giftige Pflanze auf ihrem Speiseplan - und die Egginger ein Problem weniger.
Zebus: Kleine Helfer mit großem Appetit auf Riesenbärenklau
Gelassen weiden die kleinen Zebus über das braun gewordene Gras. Sie sehen aus wie Kühe, sind größer als Ziegen, aber deutlich kleiner als herkömmliche Rinder. Immer wieder hält die Herde an und macht das, was Wiederkäuer ziemlich gut können: Fressen. Im Zebumaul landen neben Gräsern auch die grünen Stängel des Riesenbärenklaus - für die Zebus ein besonderer Leckerbissen. Und genau das macht man sich am Waldrand in Ulm-Eggingen zunutze.
Noch vor rund zwei Jahren wucherte der Riesenbärenklau hier dicht auf zweieinhalb Hektar. Die Pflanze hatte sich ungehindert ausgebreitet und drohte, die heimische Flora auf der Lichtung unter einer Stromtrasse vollständig zu verdrängen. Zunächst hatte die Verwaltung mit chemischem Spritzen, Mulchen und händischem Entfernen gegen sie angekämpft. "Doch das war teuer", sagt Forstbezirksleiter Thomas Herrmann dem SWR.
Haut verbrennt, wenn Gift und Sonnenlicht zusammentreffen
Heute verhindern 26 Zebus, dass sich die blättrigen Plagegeister weiter auf der Lichtung ausbreiten. Und so eifrig, dass die Fläche nur noch einmal im Frühjahr chemisch behandelt werden muss. "Durch diese Kombination haben wir eine Lösung gefunden, die verträglich ist und trotzdem bezahlbar bleibt", sagt Forstbezirksleiter Thomas Herrmann. Die Zebus würden eine Aufgabe übernehmen, die sonst nur mit hohem Personal- und Kostenaufwand zu bewältigen wäre.
Die Zebus haben eine Schlüsselaufgabe.
Die Pflanze ist für den Menschen gefährlich, weil sie den Giftstoff Furocumarin enthält. Dieser wirkt phototoxisch, das heißt: Es entstehen Hautverbrennungen, Rötungen und Bläschen ersten Grades, wenn die Haut dem Gift und gleichzeitig Sonnenlicht ausgesetzt wird. Die Pflanze wurde früher als Zierpflanze angebaut und ist dann verwildert. Die vielen kleinen Samen verbreiten sich durch Wind und Wasser. Sie können auch unabsichtlich mit Gartenabfällen oder Erde oder durch Tiere verschleppt werden.
Riesenbärenklau: Die invasive Pflanze bleibt hartnäckig
Trotz der bisherigen Erfolge bleibt die Bekämpfung des Riesenbärenklaus eine langfristige Aufgabe. Die Samen der Pflanze können viele Jahre im Boden überdauern und immer wieder neu keimen. Deshalb wird es noch mindestens drei bis fünf Jahre dauern, bis sichergestellt ist, dass der Bärenklau vollständig von der Fläche verschwunden ist, erklärt Thomas Herrmann. Die Zebus werden daher voraussichtlich auch in den kommenden Sommern in Eggingen unterwegs sein.