Der Riesenbärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude, stammt eigentlich aus dem Kaukasus. Die als invasiv eingestufte Pflanze breitet sich aber auch im Norden von Rheinland-Pfalz seit Jahrzehnten aus - vor allem an Bächen und Flüssen. Das Land hat die Pflanze nun als etabliert eingestuft und zahlt keine Fördergelder mehr zur Bekämpfung an die Kreise. So gehen die einzelnen Kreise gegen die Pflanze vor:
- Kreis Altenkirchen
- Kreis Mayen-Koblenz
- Kreis Ahrweiler
- Rhein-Hunsrück-Kreis
- Kreis Neuwied
- Koblenz
- Kreis Cochem-Zell und Rhein-Lahn-Kreis
Kreis Altenkirchen hat Ausbreitung des Riesenbärenklau im Griff
Im Kreis Altenkirchen kommt der Riesenbärenklau unter anderem an der Heller, an der Wied oder am Daadenbach vor. "Allerdings ist durch das konsequente Vorgehen der letzten Jahre die Verbreitung weitestgehend im Griff", teilt der Kreis mit. Dort wird die Pflanze seit mehr als 20 Jahren bekämpft.
Der Kreis will den Riesenbärenklau auch künftig weiter bekämpfen. Letztes Jahr lagen die Kosten dafür bei rund 12.000 Euro, in diesem Jahr rechnet der Kreis Altenkirchen mit rund 5.000 Euro. "Durch das konsequente Vorgehen der letzten Jahre sind die Kosten überschaubar und es ist damit zu rechnen, dass die Kosten weiterhin rückläufig sein werden", so der Kreis.
Pflanze kann starke Verbrennungen verursachen Zu teuer: Westerwaldkreis gibt Kampf gegen Riesenbärenklau auf
Mehr als 30 Jahre lang hat der Westerwaldkreis den Riesenbärenklau bekämpfen lassen. Damit ist jetzt Schluss. Das Entfernen der problematischen Staude ist aufwändig und zu teuer.
Kreis Mayen-Koblenz bekämpft Pflanze schon lange nicht mehr
Auch im Kreis Mayen-Koblenz breitet sich der Riesenbärenklau laut Kreis weiter aus. Die Hotspots seien entlang der größeren Fließgewässer wie Nette, Elzbach, Saynbach und Brexbach. Es seien aber auch kleinere Gewässer betroffen, da sich die Samen übers Wasser weiter verteilen.
"Der Landkreis Mayen-Koblenz führt seit mehr als 15 Jahren keine Bekämpfungsmaßnahmen mehr durch, da sich die Art schneller und aggressiver ausbreitet als sie bekämpft werden kann", teilt der Kreis mit. Wenn Pflanzen etwa in der Nähe von Kitas oder Schulen wachsen, seien die Städte und Verbandsgemeinden für die Bekämpfung zuständig.
Riesenbärenklau an der Ahr durch Flutkatastrophe zurückgegangen
Auch im Kreis Ahrweiler ist die Ausbreitung der Pflanze ein Problem. "Zwar ist nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 der Bestand an den Uferbereichen der Ahr aufgrund der Überspülung der Ufervegetation zunächst zurückgegangen, inzwischen werden jedoch immer wieder neue Bestände festgestellt", teilt der Kreis mit.
Im Kreis wird die Staude seit 2006 bekämpft. Weil an der Ahr sowohl der Kreis als auch das Land für die Bekämpfung zuständig seien, würden die Kosten aufgeteilt. Der Kreis Ahrweiler zahle pro Jahr im Schnitt rund 1.900 Euro.
Rhein-Hunsrück-Kreis bekämpft Staude selbst kaum
Im Rhein-Hunsrück-Kreis ist der Riesenbärenklau vor allem in bestimmten Bereichen problematisch, teilt der Kreis mit. Etwa am Simmerbach und seinen Zuflüssen. Der Kreis selbst führe kaum Bekämpfungsmaßnahmen durch, berate aber etwa die Verbandsgemeinden oder Grundstückseigentümer, die Probleme mit der Staude haben. "Aufgrund der ökologischen Auswirkungen und des gesundheitlichen Risikos wird die Ausbreitung aufmerksam beobachtet", so der Kreis.
Kreis Neuwied stellt Bekämpfung ein
Der Kreis Neuwied hat eigener Auskunft nach bisher zwischen 6.000 und 8.000 Euro pro Jahr ausgegeben, um den Riesenbärenklau bekämpfen zu lassen. In diesem Jahr seien nochmal zwei Aufträge zur Bekämpfung am Holzbach und der Wied vergeben worden. "Aufgrund der Herabstufung der Pflanze als etablierte Art werden wir diese Ausgaben grundsätzlich jedoch ebenfalls künftig nicht mehr leisten", so der Kreis.
Sollte die Pflanze etwa in der Nähe von Wanderwegen oder Grillhütten wachsen, wo sie für Menschen gefährlich werden könnten, müssten die Grundstückseigentümer sie entfernen. "Wenn die Pflanze hingegen abgelegen am Gewässer wächst, besteht keine Handlungspflicht des Grundstückeigentümers", teilt der Kreis mit.
Riesenbärenklau in Koblenz kein Problem
Im Koblenzer Stadtgebiet ist der Riesenbärenklau bislang kein Problem, teilt die Stadtverwaltung mit. Deshalb sei er auch nicht von den Stadtgärtnern bekämpft worden. Die Revierförster hätten mitgeteilt, dass immer nur vereinzelt gegen den Riesenbärenklau vorgegangen werden muss. An den Hotspots, von denen es nur wenige gebe, wurden die Pflanzen ausgegraben und entsorgt. Das habe bisher maximal 500 Euro pro Jahr gekostet.
Rhein-Lahn-Kreis und Kreis Cochem-Zell bekämpfen nicht
Der Rhein-Lahn-Kreis teilt auf Nachfrage mit, dass die Ausbreitung der Pflanze bekannt ist. Überwiegend kämen die Pflanzen am Lahn- oder Gelbachufer vor. Die Bekämpfung des Riesenbärenklau sei aber nicht Aufgabe des Kreises, sondern der jeweiligen Grundstückseigentümer. Der Kreis bekämpft die Pflanze deshalb selbst nicht. Das teilt auch der Kreis Cochem-Zell mit, der die Pflanze ebenfalls nicht bekämpft.