Verunglückte oder Vermisste suchen und finden und sie bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt medizinisch versorgen, das trainieren Hundeführerinnen und Hundeführer der Malteser Schwäbisch Gmünd mit ihren Rettungshunden noch bis Donnerstag. Das Übungsgebiet: zum Teil unwegsames Gelände, im Wald und an Berghängen rund um Schwäbisch Gmünd-Degenfeld und Barthololmä (Ostalbkreis). Die besondere Herausforderung: sehr große Hitze mit Temperaturen weit über 30 Grad.
Außer der Rettungshundestaffel aus Schwäbisch Gmünd nimmt auch die Lawinenhundegruppe der Bergwacht Bayern an der Übung teil, außerdem die Bergwacht Schwäbisch Gmünd und ein Hubschrauber der Bundeswehr für Spezialeinsätze. Trainiert werden soll auch das Zusammenspiel der Einsatzkräfte - und das trotz extremer Temperaturen. "Es ist wichtig, dass wir auch bei großer Hitze trainieren", sagt der Gmünder Staffelleiter Michael Berger im SWR-Interview. "Denn auch im Ernstfall können wir ja nicht nur bei idealen Temperaturen suchen."
Es ist wichtig, dass wir auch bei großer Hitze trainieren.
Aufgabe der Hundeführerinnen und -führer sei es, die Gesundheit ihrer Tiere zu schützen. Die Hunde bekommen regelmäßig Wasser und werden gekühlt: Die Brustpartie wird angefeuchtet, die Tiere werden auch mal in eine Kühldecke eingepackt. Außerdem werden zusätzliche Erholungspausen eingeplant und die Suchintervalle verkürzt.
"Das Wohl unserer Vierbeiner und natürlich der Zweibeiner, die Eigensicherung, dass uns nichts passiert, beim Retten von vermissten Personen, hat oberste Priorität", betont Berger. Wenn die Belastung für die Hunde zu groß werde, müsse der Einsatz auch mal abgebrochen werden.
Ab 42 Grad besteht auch für Hunde Lebensgefahr
Denn anders als Menschen können Hunde nicht schwitzen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln. Starkes Hecheln, Unruhe oder Erschöpfung können jedoch auf eine gefährliche Überhitzung hinweisen. Ein Hitzschlag könne auch für Hunde lebensbedrohlich werden. Ab etwa 42 Grad Körpertemperatur bestehe für den Hund akute Lebensgefahr.
Unsere Hunde sind sehr motiviert. Sie würden wahrscheinlich suchen, bis sie (...) Probleme bekommen.
Hitze sei nicht nur ein Problem bei der derzeit laufenden Großübung, sondern auch bei den aktuellen Einsätzen. Denn:"Unsere Hunde sind sehr motiviert. Sie würden wahrscheinlich suchen, bis sie ein Kreislauf- oder Krankheitsproblem bekommen." Dies gelte es zu verhindern, eben durch besondere Vorkehrungen an heißen Tagen wie jetzt.
Rettungshunde fliegen bei der Großübung mit dem Helikopter
Am Dienstag und Mittwoch kommt, außer der Hitze, noch eine weitere Herausforderung auf die Gmünder Rettungshunde zu: Das Training mit dem Hubschrauber der Bundeswehr für Spezialeinsätze. Geübt wird dabei auch der Transport per Hubschrauber zum Einsatzort und das Abseilen von Hundeführer und Tieren. Vor allem die jüngeren Tiere, die am Beginn ihrer Ausbildung stehen, sollen an das "große Gerät Hubschrauber" gewöhnt werden, an den Geruch von Kerosin, an den Lärm.
Am Donnerstag ist eine Abschlussübung in einem Steinbruch bei Bartholomä geplant, bei der vermisste, schwer verletzte Personen gefunden werden müssen. Auch da ist der Hubschrauber mit im Einsatz, der die Hundeführer und Rettungshunde aufnimmt und im Suchgebiet abgesetzt. "Dann suchen wir mit unsereren Hunden die vermissten Personen, die wir im Vorfeld versteckt haben."
Seit ein paar Jahren findet eine solche, mehrtägige Großübung ein Mal im Jahr statt, in Zusammenarbeit etwa mit Einsatzkräften der Bergwacht aus Schwäbisch Gmünd und aus Bayern. "Richtige" Einsätze zur Vermisstensuche hatte die Rettungshundestaffel der Malteser Schwäbisch Gmünd in diesem Frühjahr und Sommer insgesamt 16. Auch bei Hitze.