Für Hündin Jules von der Rettungshundestaffel der Feuerwehr Ulm war der Dienstag ein besonderes aufregender Tag. Sie hat einen vermissten Senior in Schnürpflingen (Alb-Donau-Kreis) aufgespürt. Nach jahrelangem Training zum Rettungshund.
87-jähriger Mann war von Spaziergang nicht zurückgekommen
Warum der 87-jährige Mann in dem Waldstück bei Schnürpflingen gestürzt war, ist nicht bekannt. Er war mit seinem Rollator zu einem Spaziergang aufgebrochen und nicht rechtzeitig zum Vesper wieder daheim, berichtet die Polizei. Angehörige haben ihn daraufhin als vermisst gemeldet. Weil die Sorge bestand, dass er sich in einer hilflosen Lage befand, suchten zahlreiche Einsatzkräfte und auch Einwohner von Schnürpflingen nach ihm.
Unter den Helfern waren auch Katrin Scherraus und Jules. Gegen 22 Uhr haben sie mit der Suche begonnen. Kurz vor 23 Uhr dann der Moment der Erleichterung: Jules hatte den Senior in einem Waldstück nahe des Steinenbach, etwa einen Kilometer südwestlich von Schnürpflingen, gefunden und lautstark gebellt.
Mal tatsächlich jemanden zu finden, das ist schon ganz toll.
Frauchen Katrin Scherraus ist mächtig stolz auf ihre Hündin. "Das ist ein ganz tolles Gefühl", schwärmt sie. Seit vier Jahren sind die Beiden bei der Rettungshundestaffel. Sehr motiviert und arbeitstüchtig, so schätzt Scherraus ihre fünfeinhalb Jahre alte Australian Shepherd-Hündin ein.
Eine vermisste Person hatte Jules noch nie gerettet
Eine vermisste Person in einer Notlage hat das Duo noch nie gerettet. "Mal tatsächlich jemanden zu finden, das ist schon ganz toll. Da weiß man einfach, der Hund hat verstanden, worum es geht." Denn Rettungshündin wird man nicht einfach so. Jules hat ein jahrelanges Training hinter sich. Sie ist zertifiziert, um Menschen auf offenen Flächen und in Trümmern zu suchen.
Wichtiger Teil des Einsatzes: Das Leckerli zum Schluss
Rettungskräfte kamen dazu und versorgten den Mann. Er wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Für Hündin Jules war der Abend aber noch nicht beendet, denn etwas hat noch gefehlt: die Belohnung. "Tatsächlich hat sie mehrfach darauf hingewiesen, dass sie ihre Belohnung möchte. Sie hat ein, zwei Mal noch gebellt und gesagt, ich bin auch noch da", erzählt Katrin Scherraus lachend. Und die Leckerlis hat sich die Spürnase nach so einem erfolgreichen Einsatz auch mehr als verdient.