Optimales Trainingsgelände für den Einsatz

Zwischen Achterbahnen: Rettungshunde trainieren im Europa-Park

Der Europa-Park in Rust hat für Menschen gerade geschlossen. Am Samstag war er aber für ganz andere Gäste geöffnet: Rettungshunde! Denn der Park bietet ideale Trainingsbedingungen.

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Von Autor/in Valentin Heib

Über 250 Rettungshunde und ihre Besitzer haben am Samstag im Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) für den Ernstfall trainiert. Mit seinen verwinkelten Gassen, wechselnden Untergründen und vielen möglichen Ablenkungen ist der Freizeitpark als Trainingsgelände für die Hunde besonders herausfordernd.

Mehr als nur ein Hobby für Mensch und Hund

Laura Goebes und ihre Schäferhündin Ombra sind schon seit über sieben Jahren ein Rettungsteam. Bereits im Alter von acht Wochen bekam Ombra ihre erste Ausbildungsstunde. Seitdem investiert das Duo jedes Jahr Hunderte Stunden in Trainings und Einsätze, und das alles ehrenamtlich. Für Einsätze müssen sie jederzeit bereit sein - bei Regen und Eis, bei Sturm und Schnee, mitten in der Nacht.

Mit einem normalen Hobby, wie einer Vereinstätigkeit ist das nicht vergleichbar. Wir trainieren hier für den echten Einsatz.

Ein Ausschlusskriterium, ob ein Hund ein Rettungshund werden kann, sei daher oft gar nicht der Hund selbst, sondern mangelnde Kapazitäten des Besitzers, sagt Goebes.

Rettungshunde helfen oft bei Vermisstenfällen

Rettungshunde können mit ihrer Spürnase dann am besten helfen, wenn es darum geht, verloren gegangene Menschen zu erschnüffeln. Menschen mit Demenz, die sich verirrt haben, sind ein häufiger Einsatzgrund. Laut Sebastian Götz, Einsatzleiter beim Arbeiter-Samariter-Bund Karlsruhe, müssen auch immer häufiger Jugendliche gesucht werden, die von zuhause weglaufen und sich verstecken.

Hundeführerin Laura Goebes läuft in geld-roter Rettungsjacke durch den Europa-Park. An der Leine einer der Rettungshunde, die hier heute trainieren: ihre schwarze Schäferhündin Ombra. Im Hintergrund zwei Kollegen in Rettungskleidung.
Hundeführerin Laura Goebes streift mit Ombra an der Leine durch den Europa-Park.

Was braucht ein guter Rettungshund?

Eine gute Nase, klar. Die sei aber tatsächlich bei jedem Hund gut genug, um den Job machen zu können, sagt Laura Goebes. Für Sebastian Götz sind außerdem wichtig: eine gute Größe - nicht zu klein, nicht zu groß - und keine Angst vor Menschen. Vor allem aber müsse ein Hund motivierbar sein, also auf Belohnungen wie Essen oder Spielzeug anspringen.

Europa-Park bietet herausfordernde Bedingungen

Das Training der Hunde im Europa-Park besteht vor allem aus Suchübungen. Die Hunde müssen Zielpersonen finden, die sich im Wegelabyrinth des Parks versteckt haben. Rettungshündin Ombra gelingt das ohne Probleme. Zur Belohnung gibt's leckeren Schmelzkäse.

Auf einem balkonartigen Absatz sitzt die Zielperson, die gerade von einem der Rettungshunde gefunden wurde, die hier heute im Europa-Park trainieren. Die Hündin schleckt Schmelzkäse aus einem orangenen Beutel, den die Zielperson ihr hinhält. Besitzerin Laura Goebes, Rettungskleidung tragend, hält ihre Hündin im Arm und lächelt.
Hmmmm, lecker! Ombra genießt ihren Belohnungs-Schmelzkäse.
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