Der Werkzeughersteller Walter will Stellen abbauen und Teile nach Schweden verlegen. Dagegen haben am Samstag laut Gewerkschaft IG Metall rund 700 Beschäftigte am Standort Münsingen (Kreis Reutlingen) demonstriert. Darunter waren auch Familienangehörige und Kollegen von Unternehmen wie Bosch und ElringKlinger.
Münsinger Bürgermeister zeigt sich solidarisch
Nach einer Kundgebung vor dem Werk von Walter in Münsingen zogen die Menschen in die Innenstadt, so die Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Tobias Arndt. Vor dem Rathaus habe unter anderem Bürgermeister Mike Münzing (SPD) gesprochen und seine Solidarität bekundet.
Das Werk der Walter AG in Münsingen wird die Einschnitte wohl besonders zu spüren bekommen. Von derzeit knapp 500 Stellen sollen 160 schrittweise nach Schweden verlegt werden, kündigte das Unternehmen bereits im Frühjahr an. Grund sei eine geringere Nachfrage. Walter beliefert vor allem die Automobilbranche, die gerade in der Krise steckt. Am Standort in Münsingen sollen aber weiterhin sogenannte Wendeschneidplatten produzieren werden, so der Werkzeughersteller.
Ärger und Unsicherheit in der Belegschaft wachsen
Für die Beschäftigten scheint das kein Trost zu sein. Die Änderung wird besonders die Bereichen der Rohlingsproduktion und der Presswerkzeuge in Münsingen betreffen. Der Betriebsratsvorsitzende Tobias Arndt sagte dem SWR, genau das seien Bereiche, die immer gut liefen und vom Unternehmen gelobt worden wären. Die Unsicherheit und der Ärger in der Belegschaft seien groß. Keiner wisse, wie es weiter gehe. Das Vertrauen in den Arbeitgeber sei dahin.
Walter beliefert Automobilbranche und Industrie
Das Unternehmen mit Stammsitz in Tübingen stellt Präzisionswerkzeuge für die Metallzerspanung her. Die Automobil- und Zulieferindustrie gehört neben dem allgemeinen Maschinenbau, der Luft- und Raumfahrt sowie der Energieindustrie zu den wichtigsten Kernbranchen von Walter.