Die Staatsanwaltschaft Tübingen und die Kriminalpolizei Reutlingen ermitteln, ob ein 42-jähriger Autofahrer auf der B464 bei Reutlingen sein Auto absichtlich auf die Gegenspur gelenkt hat - und ob es sich um einen versuchten Mord im Straßenverkehr handeln könnte. Zu diesem Zweck wird unter anderem ein Video, das mit einer Dashcam aufgenommen wurde, ausgewertet. Die Dashcam war an einem Auto eines am Unfallgeschehen unbeteiligten Verkehrsteilnehmers befestigt, haben die Ermittler dem SWR mitgeteilt. Drei Fahrzeuge waren in den Crash verwickelt. Der mutmaßliche Verursacher und zwei weitere Fahrer wurden teils schwer verletzt.
Dashcam-Aufnahmen als wichtiges Beweismittel
Laut Polizei und Staatsanwaltschaft könnten die Aufnahmen einer Dashcam ein wichtiges Beweisstück sein. Die Aufnahmen zeigen den Ablauf des Geschehens und würden jetzt intensiv ausgewertet. Nach Angaben der Ermittler sprechen die Bilder dafür, dass der Fahrer nicht aus Versehen, sondern mit Vorsatz auf die Gegenfahrbahn fuhr.
Mehrere Verletzte Ermittlungen wegen versuchten Mordes nach schwerem Unfall: Steuerte Fahrer seinen Wagen bewusst in den Gegenverkehr?
Nach der Kollision von drei Autos auf der B464 bei Reutlingen ermitteln Staatsanwaltschaft und Kripo wegen versuchten Mordes.
Dashcams - kleine Kameras, die während der Fahrt das Verkehrsgeschehen aufzeichnen - sind seit Jahren umstritten. Datenschützer kritisieren die dauerhafte Überwachung des Straßenverkehrs, Autofahrer erhoffen sich Beweise für den Ernstfall. Gerichte lassen solche Aufnahmen mittlerweile in vielen Fällen zu, wenn sie helfen, einen Unfallhergang zu klären.
Ermittlungen werden noch Wochen dauern
Weil der Mann den Tod anderer Verkehrsteilnehmer zumindest billigend in Kauf genommen haben soll, wird gegen den 42-Jährigen wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl erlassen. Die Ermittlungen können laut Polizei noch Wochen dauern.