Workshop zur "Langen Nacht der Demokratie"

Junge Leute über Medienkonsum: "Meine Mutter fällt auf KI-Sachen rein"

Azubis und Studierende schauten beim SWR hinter die Kulissen. Bei einem Workshop im Funkhaus Stuttgart beschäftigten sie sich auch mit Journalismus und dem Umgang mit Fake News.

Teilen

Stand

Von Autor/in Christian Spöcker

Wie hoch ist der Rundfunkbeitrag? "Zwanni", sagt jemand im großen Saal im SWR-Funkhaus Stuttgart. Einige der Anwesenden zahlen den Rundfunkbeitrag wohl noch nicht selbst, denn sie sind jünger als 18 Jahre. An diesem Freitagnachmittag sind fast 50 junge Auszubildende und Studierende nach Stuttgart zum SWR gekommen, zum Workshop "Check your Facts: Welchen Infos kannst du trauen?"

Quizfrage: Wofür steht ARD?

Beim Quiz über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk raten alle über ihre Smartphones mit. Wofür ÖRR steht, wissen die meisten. Bei ARD tippen dagegen 22 auf "Aktueller Rundfunk in Deutschland". Viele machen eine Ausbildung zum Zimmermann, andere sind im Schnitt etwas älter und studieren an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), die meisten im Finanzbereich.

Julia Kaltenbacher vom Team SWR Medienstark führt als Quizmasterin durch den ersten Teil des Workshops. Am Ende überreicht sie eine goldfarbene Papp-Krone an einen jungen Zimmermann-Azubi, weil er beim Quiz am meisten Punkte erzielt hat.

Julia Kaltenbacher vom Team SWR Medienstark steht vor Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Workshops in einem großen Saal des SWR in Stuttgart.
Julia Kaltenbacher vom Team SWR Medienstark führt als Quizmasterin durch den ersten Teil des Workshops.

SWR Reporter spricht über spannende Einsätze

"Ich bin Maxim, bitte duzt mich, sonst fühle ich mich alt", sagt Maxim Flößer, als er sich nach dem Quiz den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorstellt. Der 31-jährige Reporter und Redakteur spielte früher selbst mit dem Gedanken, Lehrer zu werden. Neben seiner journalistischen Arbeit besucht er regelmäßig Schulklassen in Baden-Württemberg, um sie über die Arbeit des SWR zu informieren.

Maxim Flößer steht in seinem Workshop vor Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
"Ich bin Maxim, bitte duzt mich, sonst fühle ich mich alt", sagt Maxim Flößer zu Beginn seines Workshops.

Ohne Vier-Augen-Prinzip geht nichts

An diesem Tag berichtet er von Einsätzen als SWR Reporter, zum Beispiel bei einem Brand im Engelbergtunnel und dem Fund einer Frauenleiche in einem Koffer. Er erklärt seinen Zuhörerinnen und Zuhörern, wie im SWR Radio-, Fernseh- und Onlinebeiträge entstehen. "Quellen zu checken ist super wichtig", erklärt Maxim. Und vor der Veröffentlichung müsse jeder Beitrag zwingend über eine "Schranke", wie er es ausdrückt. Denn nur, wenn ein Beitrag nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft worden sei, könne er veröffentlicht werden.

Eine Teilnehmerin des Workshops blickt auf ihr Smartphone.
Immer wieder können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops über ihr Smartphone Quizfragen beantworten oder ihre Ansicht zu einem Thema schreiben.

Wunsch nach "mehr 'Good News'"

Dann findet eine Gruppenarbeit statt, die jungen Leute sollen sich Gedanken über bestimmte Fragen machen - zum Beispiel, warum wir Journalistinnen und Journalisten brauchen. "Meine Mutter fällt auf KI-Sachen rein", erzählt eine junge Frau und schmunzelt: Denn eigentlich merke man das doch schnell, dass es nur Fake sei, sagt sie. Und welchen Quellen vertrauen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer? Zwei von ihnen sagen, dass sie sich hauptsächlich über das Radio über Politik und das Weltgeschehen informieren, sechs nennen Instagram als ihre Hauptquelle, bei zwei ist es TikTok. "Hast du das Gefühl, du bist über TikTok gut informiert?", fragt Maxim eine der beiden. "Nee", antwortet die junge Frau.

Und über welche Themen sollte der SWR mehr berichten? "Mehr "Good News"", sagt eine junge Frau - denn es passiere schon so viel Schlechtes. Anschließend bekommen alle eine Führung durch mehrere TV-Studios des SWR und können SWR1 Moderator Matthias Sziedat über die Schulter schauen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops schauen SWR 1 Moderator Matthias Sziedat über die Schulter.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops schauen SWR1 Moderator Matthias Sziedat über die Schulter.

Backstage-Tour beim SWR: "Echt top - viel gesehen"

"War super, interessant und die Tour war auch echt top - viel gesehen", erzählt der 21-jährige Student Paul Bader. Die 19-jährige Julia Stürz sieht es ähnlich: "Ich fand auch gut, dass wir uns selber auch beteiligen konnten", fügt sie hinzu.

Der Workshop entstand in Zusammenarbeit mit der IHK Region Stuttgart. Anlass war die "Lange Nacht der Demokratie", bei der im ganzen Land Veranstaltungen stattfanden. "Wir haben den Workshop angeboten, weil gut informierte Menschen Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie sind", so Sybille Müller, Leiterin des SWR Studios Stuttgart. "Fake news zu erkennen, ist für die Jugendlichen wichtiger denn je."

Sinsheim

SWR PopUp Studio in Sinsheim: Schwerpunkt Medienkompetenz Schülerinnen und Schüler fühlen sich wie Tagesschau-Profis

Medienkompetenz im SWR PopUp Studio Sinsheim: Schülerinnen und Schüler lernen am Beispiel der Tagesschau, wie Journalisten recherchieren und Nachrichten im Radio und TV präsentieren.

So nutzt du KI zum Lernen

KI nicht nur für Antworten nutzen – das geht besser! 4 Tipps, wie du mit Künstliche Intelligenz wirklich für die Schule lernst und den Inhalt auch verstehst.

Erklär's mir SWR

Baden-Baden

Während des Unterrichts hat das Handy Pause Neue Handy-Regeln an Schulen: In Baden-Baden werden Smartphones in Taschen verschlossen

Schüler am Markgraf-Ludwig-Gymnasium in Baden-Baden müssen auf ihre Smartphones im Unterricht verzichten. Die Geräte werden in speziellen Taschen verschlossen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Christian Spöcker
Christian Spöcker, SWR