Wie hoch ist der Rundfunkbeitrag? "Zwanni", sagt jemand im großen Saal im SWR-Funkhaus Stuttgart. Einige der Anwesenden zahlen den Rundfunkbeitrag wohl noch nicht selbst, denn sie sind jünger als 18 Jahre. An diesem Freitagnachmittag sind fast 50 junge Auszubildende und Studierende nach Stuttgart zum SWR gekommen, zum Workshop "Check your Facts: Welchen Infos kannst du trauen?"
Quizfrage: Wofür steht ARD?
Beim Quiz über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk raten alle über ihre Smartphones mit. Wofür ÖRR steht, wissen die meisten. Bei ARD tippen dagegen 22 auf "Aktueller Rundfunk in Deutschland". Viele machen eine Ausbildung zum Zimmermann, andere sind im Schnitt etwas älter und studieren an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), die meisten im Finanzbereich.
Julia Kaltenbacher vom Team SWR Medienstark führt als Quizmasterin durch den ersten Teil des Workshops. Am Ende überreicht sie eine goldfarbene Papp-Krone an einen jungen Zimmermann-Azubi, weil er beim Quiz am meisten Punkte erzielt hat.
SWR Reporter spricht über spannende Einsätze
"Ich bin Maxim, bitte duzt mich, sonst fühle ich mich alt", sagt Maxim Flößer, als er sich nach dem Quiz den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorstellt. Der 31-jährige Reporter und Redakteur spielte früher selbst mit dem Gedanken, Lehrer zu werden. Neben seiner journalistischen Arbeit besucht er regelmäßig Schulklassen in Baden-Württemberg, um sie über die Arbeit des SWR zu informieren.
Ohne Vier-Augen-Prinzip geht nichts
An diesem Tag berichtet er von Einsätzen als SWR Reporter, zum Beispiel bei einem Brand im Engelbergtunnel und dem Fund einer Frauenleiche in einem Koffer. Er erklärt seinen Zuhörerinnen und Zuhörern, wie im SWR Radio-, Fernseh- und Onlinebeiträge entstehen. "Quellen zu checken ist super wichtig", erklärt Maxim. Und vor der Veröffentlichung müsse jeder Beitrag zwingend über eine "Schranke", wie er es ausdrückt. Denn nur, wenn ein Beitrag nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft worden sei, könne er veröffentlicht werden.
Wunsch nach "mehr 'Good News'"
Dann findet eine Gruppenarbeit statt, die jungen Leute sollen sich Gedanken über bestimmte Fragen machen - zum Beispiel, warum wir Journalistinnen und Journalisten brauchen. "Meine Mutter fällt auf KI-Sachen rein", erzählt eine junge Frau und schmunzelt: Denn eigentlich merke man das doch schnell, dass es nur Fake sei, sagt sie. Und welchen Quellen vertrauen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer? Zwei von ihnen sagen, dass sie sich hauptsächlich über das Radio über Politik und das Weltgeschehen informieren, sechs nennen Instagram als ihre Hauptquelle, bei zwei ist es TikTok. "Hast du das Gefühl, du bist über TikTok gut informiert?", fragt Maxim eine der beiden. "Nee", antwortet die junge Frau.
Und über welche Themen sollte der SWR mehr berichten? "Mehr "Good News"", sagt eine junge Frau - denn es passiere schon so viel Schlechtes. Anschließend bekommen alle eine Führung durch mehrere TV-Studios des SWR und können SWR1 Moderator Matthias Sziedat über die Schulter schauen.
Backstage-Tour beim SWR: "Echt top - viel gesehen"
"War super, interessant und die Tour war auch echt top - viel gesehen", erzählt der 21-jährige Student Paul Bader. Die 19-jährige Julia Stürz sieht es ähnlich: "Ich fand auch gut, dass wir uns selber auch beteiligen konnten", fügt sie hinzu.
Der Workshop entstand in Zusammenarbeit mit der IHK Region Stuttgart. Anlass war die "Lange Nacht der Demokratie", bei der im ganzen Land Veranstaltungen stattfanden. "Wir haben den Workshop angeboten, weil gut informierte Menschen Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie sind", so Sybille Müller, Leiterin des SWR Studios Stuttgart. "Fake news zu erkennen, ist für die Jugendlichen wichtiger denn je."