Jeder, der ein Handy hat, weiß, wie sehr einen dieses Gerät ablenken kann. Das gilt natürlich und vor allem auch in der Schule. Handy weg und aufgepasst, lautet dort aber ab jetzt die Devise. Auch an einem Baden-Badener Gymnasium gibt es jetzt verschärfte Regeln.
Schulen in Baden-Württemberg müssen das Problem in den Griff kriegen
Schulen in Baden-Württemberg müssen ab diesem Schuljahr verbindliche Regeln für die Handynutzung aufstellen. Die Landesregierung hatte dazu vergangenes Jahr eine rechtliche Grundlage geschaffen. Ein neuer Absatz im Schulgesetz sieht vor, dass jede Schule in ihrer Schulordnung regeln soll, wie, wann und ob mobile Endgeräte auf dem Schulgelände genutzt werden dürfen.
In Baden-Baden hat man an den staatlichen Schulen bereits Tatsachen geschaffen: Vor dem Unterricht müssen die Smartphones der Schülerinnen und Schüler unter Verschluss sein. Am Markgraf-Ludwig-Gymnasium in Baden-Baden ist das bereits Realität.
Vor dem Unterricht in Baden-Baden heißt es: Handys wegschließen
Vor dem Unterricht müssen die Schülerinnen und Schüler am Markgraf-Ludwig-Gymnasium in Baden-Baden ihre Smartphones in spezielle Taschen stecken. Erst nach dem Unterricht werden die Taschen wieder entriegelt und die Handys können entnommen werden. Das notwendige Gerät dafür hat der Lehrer.
Die Schülerinnen und Schüler können sich viel besser konzentrieren und sind weniger abgelenkt.
Kein Netz, kein Zugriff: Handytaschen als Lösung
Die etwa zehn Euro teuren Handytaschen sind kleine Beutel. Sie sind aus einem speziellen Material gefertigt, sodass die Telefone nicht erreichbar sind. Alexander Hassenstein, Lehrer am Markgraf-Ludwig-Gymnasium, ist froh - im Unterricht kommt es jetzt zu weniger Störungen. Die Taschen wurden trotz klammer Finanzen von der Stadt Baden-Baden angeschafft. Die Schülerinnen und Schüler leihen sie dann von der Schule gegen eine Kaution.
Es ist ruhiger im Unterricht und die meisten Schüler konzentrieren sich mehr auf den Unterricht.
Es gibt natürlich auch Sonderregelungen: In höheren Klassenstufen werden Smartphones manchmal auch für den Unterricht benötigt. Das wird dann laut Schulleitung natürlich erlaubt sein. Im Notfall können die Handytaschen der Schülerinnen und Schüler auch jederzeit entriegelt werden.
Kultusministerium plant umfassenderes Handyverbot
Das CDU-geführte Kultusministerium in Baden-Württemberg plant auch, die private Handynutzung an Schulen in allen Klassen und an allen Schularten zu verbieten. Laut Kultusministerium hat man sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt. Die Eckpunkte würden jetzt in den Fraktionen diskutiert.
Es soll die Konzentration auf den Unterricht gestärkt werden, auf dem Schulhof soll gespielt, es soll geredet werden.
Vorgesehen ist, dass das Handyverbot von der ersten bis zur letzten Schulstunde gelten soll. Eine Ausnahme könnte zum Beispiel die Mittagspause darstellen. Angestrebt sei, dass die Regeln ab dem Schuljahr 2027/28 gelten.