Lange wurde über das sogenannte Zukunftspaket von Porsche spekuliert - jetzt ist es da. Der Vorstand und der Gesamtbetriebsrat des Sportwagenbauers haben das Papier heute den Beschäftigten vorgestellt. Demnach werden im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und in Weissach (Kreis Böblingen) weitere 5.000 Stellen abgebaut. Zusammen mit dem bereits geplanten Stellenabbau müssen damit insgesamt 8.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.
Trotz Stellenabbau gute Nachrichten für Zuffenhausen und Weissach
Für die beiden Standorte im Land bedeutet der Stellenabbau aber nicht das Ende. Im Gegenteil: Porsche will bis 2035 insgesamt 2,1 Milliarden Euro in die Werke in der Region investieren. Damit soll unter anderem sichergestellt werden, dass die zweitürigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen vom Band rollen und die Entwicklungsarbeit in Weissach gebündelt bleibt. In Zuffenhausen arbeiten zurzeit 12.580 Beschäftigte, am Standort Weissach sind es 7.040.
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Porsche verlängert Standortsicherung
Die Standortsicherung in Zuffenhausen und Weissach soll laut Zukunftsplan nicht nur beibehalten, sondern auch verlängert werden. Bis 2035, also weitere fünf Jahre nach Ende der derzeitigen Beschäftigungsgarantie, wird es laut Porsche an den Standorten keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der Stellenabbau, der nun beschlossen wurde, soll zudem sozialverträglich erfolgen - das heißt, vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge.
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Neues Maßnahmenpaket: Weniger Homeoffice, Weihnachtsgeld fast halbiert
Um das Ganze zu finanzieren, haben sich Vorstand und Betriebsrat von Porsche auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket geeinigt. Dazu gehört zum Beispiel, dass sich das Weihnachtsgeld für die Beschäftigten fast halbiert. Außerdem wird das mobile Arbeiten eingeschränkt: Statt bisher zwölf Tage pro Monat sind künftig nur noch maximal acht erlaubt. Auch die Rahmenbedingungen für Erholzeitpausen sowie Taktzeiten in Produktionsbereichen sollen angepasst werden.
Tariferhöhungen werden teilweise einbehalten
Für den Managementkreis und die Beschäftigten im Anwendungsbereich des Porsche-spezifischen Entgeltrahmens geht das Maßnahmenpaket noch weiter: Hier soll von aktuellen und künftigen Tariferhöhungen ein Teil einbehalten werden - und zwar insgesamt 3,5 Prozent bis 2035.
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Vorstandschef Leiters: "Gut für Porsche"
Der neue Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Michael Leiters, ist mit den neuen Plänen zufrieden. Das Zukunftspaket sei gut für Porsche, so Leiters. Damit könne man das Unternehmen strategisch neu ausrichten und in Wettbewerbsfähigkeit investieren.
Klar ist: Nur wenn wir unsere Ziele erreichen und wirtschaftlich erfolgreich sind, können wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die nötige Sicherheit geben.
Auch IG Metall und Betriebsrat zufrieden
Ähnlich hat sich der Betriebsrat von Porsche geäußert. Man habe das Paket hart erkämpft, sagte Ibrahim Aslan, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Porsche AG. Man habe die Arbeitgeberseite überzeugen können, dass eine Investition in Zuffenhausen und Weissach eine Chance für Porsche sei. Man schaue nun nach vorne, für die Stammbelegschaft und die Marke Porsche, so Aslan. Und auch die zuständige Gewerkschaft, IG Metall, lobt das heute beschlossene Paket für Porsche.
In einer Zeit, in der die Automobilindustrie unter erheblichem Druck steht, sind eine Standortsicherung bis 2035 und Investitionen in dieser Höhe alles andere als selbstverständlich. Die Vereinbarung schafft Perspektiven für die Beschäftigten und ist ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland.