Vier gefährliche Drohnensichtungen im vergangenen Jahr

Nach versuchtem Anschlag in Leipzig: Flughafen Stuttgart bekommt neues Drohnen-Sichtungssystem

Der gescheiterte Drohnenanschlag in Leipzig hat gezeigt, wie ernst die Lage ist. Nun rüstet auch der Flughafen in Stuttgart auf - für mehr Sicherheit.

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Von Autor/in Ruben Moratz

Am Flughafen Stuttgart ist ab sofort ein neues System zur Erkennung von Drohnen im Einsatz. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) kann die kleinen Flugobjekte damit im An- und Abflugbereich erfassen und daraufhin die zuständigen Stellen informieren - zum Beispiel, wenn Gefahr besteht.

Die neue Technik ermöglicht es, die Drohnen am Monitor zu sehen, sobald sie von extra dafür aufgestellten Sendemasten erfasst wurden. Dann können die Informationen rasch an die Bundes- oder Landespolizei weitergeleitet werden. Neu ist außerdem: Auch der Standort des Drohnenpiloten kann nun laut Flughafen Stuttgart ausfindig gemacht werden, zumindest bei gängigen Modellen.

Bisher Sichtung nur mit bloßem Auge

Präsentiert wurde das System am Montagvormittag von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), Landesverkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) und Ulrich Heppe, Geschäftsführer Aviation und Sprecher der Geschäftsführung des Flughafens. Bilger nannte die Einführung des Systems einen wichtigen Baustein, um für mehr Sicherheit am Flughafen zu sorgen.

Bisher wurden Drohnen in Stuttgart ausschließlich über Sichtung per Auge erkannt - etwa von Piloten, Mitarbeitenden im Tower oder Bürgerinnen und Bürgern. Dabei sei es auch immer wieder zu Fehlsichtungen gekommen, so Heppe. Laut Heppe gab es in Stuttgart im vergangenen Jahr elf Drohnensichtungen, wobei vier im roten Gefahrenbereich lagen. Das bedeutet, dass entweder konkrete Gefahr für ein fliegendes Flugzeug bestand oder sich die Drohne innerhalb des Zauns befand. Im laufenden Jahr waren es acht Sichtungen, zwei davon im roten Bereich.

Versuchter Drohnenanschlag in Leipzig

Hintergrund der Maßnahme sind wiederholte Vorfälle mit Drohnen an deutschen Flughäfen. Im August waren in Leipzig sogar mehrere mit Sprengstoff bestückte Fluggeräte gefunden worden. Die Bundesregierung machte für den versuchten Anschlag Russland verantwortlich. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück. Razavi sagte, dass man spätestens seit diesem Vorfall wisse, dass Drohnen eine ernste Bedrohung für Flughäfen seien.

Drohnenabwehrsystem erst nächstes Jahr

Neben Stuttgart wurde heute auch am Flughafen Hamburg ein System zur Erkennung von Drohnen in Betrieb benommen. Der Flughafen Leipzig/Halle soll noch in dieser Woche folgen. "Damit sind dann alle acht großen deutschen Verkehrsflughäfen mit moderner Drohnendetektion im An- und Abflugbereich ausgestattet", so Bilger.

Das neue System ist laut Bilger eine Interimslösung. Im kommenden Jahr sollen die Flughäfen mit einem langfristigen System ausgestattet werden. Dann soll es auch möglich sein, die Drohnen nicht nur zu erkennen, sondern auch direkt abzuwehren. Man dürfe nicht erst handeln, wenn es etwas passiert, sondern müsse vorbereitet sein, so Razavi.

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Autor/in
Ruben Moratz
SWR-Redakteur Ruben Moratz aus der Redaktion Landespolitik Baden-Württemberg

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