Mehr als 40 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Frau in Deggingen (Kreis Göppingen) hat die Staatsanwaltschaft Ulm Anklage wegen Mordes gegen einen inzwischen 70 Jahre alten Mann erhoben. Das teilte die Anklagebehörde am Dienstag mit. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft und schweigt laut Ermittlern weiter zu den Vorwürfen.
Insassen laufen anschließend nach Hause Polizeikontrolle: Acht Kinder im Auto - alle ohne Anschnallgurt
Die Polizei hat in Deggingen ein Auto kontrolliert, in dem acht Kinder saßen: alle ohne Gurt. Die Erwachsenen zeigten keine Einsicht und machten sich über die Beamten lustig.
Vorwurf: Vergewaltigung und tödliche Gewalt
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sich der Mann mit der damals 31-Jährigen getroffen und sie zu einem Waldweg südwestlich von Deggingen gefahren haben. Dort habe er die Frau vergewaltigt und dabei massiv gewürgt. Dann soll er sie mit Tötungsabsicht möglicherweise mit dem Auto überrollt haben. Das Motiv war laut Staatsanwaltschaft, die vorangegangene Vergewaltigung und Körperverletzung zu vertuschen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann die Frau zuletzt einen Abhang hinuntergezogen haben. Er habe der Frau mit einem Stein gegen den Kopf geschlagen und sie dann liegen gelassen, so der Vorwurf. Die Frau starb an ihren Verletzungen. Der Leichnam wurde erst mehr als zwei Wochen später aufgefunden.
Mordfall aus Deggingen sorgte für Aufsehen
Der Fall hatte damals großes Aufsehen ausgelöst. Neue Bewegung kam laut Ermittlern erst in den ungeklärten Kriminalfall, nachdem im November 2025 das Haus des Verdächtigen in Schwendi (Kreis Biberach) durchsucht worden war.
Im April wurde der Tatverdächtige festgenommen. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Ulm weist darauf hin, dass der Angeschuldigte bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig gilt.