Nach 40 Jahren gibt es neue Entwicklungen im Mordfall einer 31-jährigen Frau, die 1985 tot in Deggingen (Kreis Göppingen) gefunden wurde. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurde bei einer Durchsuchung Anfang November in Schwendi im Kreis Biberach eine Vielzahl von Asservaten sichergestellt. Die Spuren würden nun von der Kripo Göppingen ausgewertet. Der 69-jährige Tatverdächtige kam wieder auf freien Fuß.
Bei der Durchsuchung kamen unter anderem ein Spezialfahrzeug und eine Sonde zum Einsatz, um Hohlräume zu untersuchen. Insgesamt waren laut Polizei zwanzig Durchsuchungskräfte beteiligt.
Hintergrund: Mordfall in Deggingen von 1985
Der Fall, um den es bei den aktuellen Ermittlungen geht, liegt weit zurück: Im Februar 1985 wurde im Kreis Göppingen eine 31-jährige wohnsitzlose Küchenhilfe Opfer eines Gewaltverbrechens. Laut Polizei fanden Spaziergängerinnen die tote Frau nackt und mit einem BH gefesselt in einem Waldgebiet bei Deggingen.
Die Obduktion ergab, dass die Frau mit massiver Gewalt gegen Kopf und Oberkörper getötet wurde. Die Verletzungen deuteten darauf hin, dass sie möglicherweise von einem Fahrzeug überrollt wurde. Der Fall sorgte vor 40 Jahren für großes Aufsehen. Die Ermittlungen blieben jedoch jahrzehntelang ohne Durchbruch.
Durchsuchung in Schwendi wegen DNA-Spur
Durch die fortlaufende Auswertung der Ermittlungsakten seien die Beamten schließlich auf neue Hinweise gestoßen, die zu dem Tatverdächtigen in Schwendi geführt hätten. Eine zentrale Rolle spielte dabei laut Polizei eine DNA-Spur, die 1985 gesichert worden war. Das Ergebnis eines Abgleichs des genetischen Materials stehe noch aus, so die Staatsanwaltschaft.
Die Ermittler vermuten, dass die Tat im Zusammenhang mit einem Sexualdelikt stand. Die Untersuchungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Ulm dauern an.