Bei einer Fahrscheinkontrolle an einem Bahnhof in Korntal-Münchingen (Landkreis Ludwigsburg) soll ein 29-Jähriger am Mittwochnachmittag einen Bahnmitarbeiter mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Wie die Polizei mitteilte, wehrte sich der 60-Jährige ebenfalls mit einem Schlag und brachte den Angreifer zu Boden. Ein weiterer Mitarbeiter der Deutschen Bahn, der die Kontrolle an dem Bahnhof begleitet hatte, habe die Polizei gerufen.
Bahnmitarbeiter wurde wohl sechs Mal ins Gesicht geschlagen
Zuvor sollte der 29-Jährige in einer S-Bahn kontrolliert werden. Er habe jedoch keinen gültigen Fahrschein dabei gehabt, weshalb er wohl von dem Bahnmitarbeiter gebeten wurde, die Bahn am Bahnhof Korntal zu verlassen. Am Bahnsteig soll der Mann den 60-Jährigen dann sechs Mal mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben.
Ähnlicher Fall im Kreis Kaiserslautern: Zugbegleiter gestorben
Anfang Februar 2026 war es in einem Regionalzug im Kreis Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) bei einer Fahrkartenkontrolle zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: Dabei hatte laut bisherigen Ermittlungen ein 26-jähriger Mann den Zugbegleiter Serkan Çalar angegriffen, als dieser ihn aufforderte, seine Fahrkarte zu zeigen und sich auszuweisen. Der 26-Jährige soll dem Zugbegleiter mehrfach mit großer Kraft gegen Kopf und Schläfen geschlagen haben. Çalar starb zwei Tage später im Krankenhaus. Gegen den 26-jährigen mutmaßlichen Angreifer läuft gerade ein Prozess in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz).
Diskussion um Sicherheit von Bahnpersonal
Die Attacke auf den Zugbegleiter Çalar hatte eine Debatte um mehr Personal und bessere Sicherheitsvorkehrungen für Bahnmitarbeitende ausgelöst. So forderte der Betriebsratschef im DB-Regionalverkehr, Ralf Damde, unter anderem Bodycams mit Tonfunktion.
Baden-Württemberg testet als Reaktion auf den Vorfall Doppelbegleitungen in Regionalzügen. Auf mehreren Strecken im Land werden laut Landesverkehrsministerium jeweils zwei Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gemeinsam in einem Zug eingesetzt - so soll die Sicherheit für Fahrgäste und Personal erhöht werden. Außerdem einigten sich Spitzenvertreter von Bund, Ländern, Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche auf einen gemeinsamen "Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene.“
Angriffe auf Bahnpersonal sind keine Seltenheit. Das zeigen Zahlen der Bundespolizei: Im vergangenen Jahr gab es 3.200 Gewaltdelikte gegenüber Mitarbeitenden von Eisenbahnverkehrsunternehmen. Das bedeutet mehr als acht Übergriffe jeden Tag.