Rund 5,5 Milliarden Euro - so hoch waren die Abgaben beim Hauptzollamt Stuttgart laut der Jahresbilanz für 2024. Damit sind die Einnahmen etwas geringer als noch im Jahr zuvor. Gleichzeitig habe sich der erfasste wirtschaftliche Schaden durch Schwarzarbeit verdreifacht, so das Hauptzollamt.
Mehrere Asia-Lokale unter Verdacht Zoll Stuttgart: Razzien gegen Schleuser in Asia-Restaurants
Eine Bande soll Menschen aus China und Georgien nach Deutschland geschleust und illegal beschäftigt haben. Der Zoll suchte vor allem in Stuttgart nach Beweisen.
Zahlreiche Kontrollen von Drogen, Fälschungen und Geldwäsche
Insgesamt haben die Mitarbeitenden des Hauptzollamts laut Mitteilung über 7,4 Millionen Objekte kontrolliert. Dabei entfiel jeweils rund die Hälfte der Gesamtsumme auf eingeführte und ausgeführte Güter. Insgesamt hatten die importierten Waren einen Wert von rund 22 Milliarden Euro, so das Hauptzollamt.
Neben den Einnahmen führten die Zollbeamten auch zahlreiche Kontrollen durch. Dabei wurden nach Angaben des Hauptzollamts unter anderem rund zehn Kilo Haschisch, fast eine Millionen geschmuggelte Zigaretten und hunderttausende Fälschungen konfisziert. Zudem wurden rund 3,2 Millionen Euro Bargeld, bei dem der Verdacht auf Geldwäsche im Raum stand, vorläufig beschlagnahmt.
Hauptzollamt Stuttgart: Schaden durch Schwarzarbeit verdreifacht
Neben der Kontrolle von Im- und Export ist das Hauptzollamt auch für die Bekämpfung von Schwarzarbeit zuständig. Laut Jahresbilanz hat der Zoll 2024 rund 2.300 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Schwarzarbeit eingeleitet. Der Schaden betrug 7,6 Millionen Euro - drei Mal mehr als noch 2023.
Auf SWR-Nachfrage betonte ein Sprecher des Hauptzollamts Stuttgart, dass sich der Anstieg durch mehrere Dinge erklären lasse. Zum einen seien die vergangenen Jahre immer noch sehr durch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie geprägt gewesen, mit weniger weniger Fällen von Schwarzarbeit. Außerdem seien rund drei Millionen Euro Schadenssumme allein durch einen Fall zustandegekommen, bei dem ein Unternehmen massenhaft Schwarzarbeiter eingesetzt und ausgebeutet habe, so der Sprecher.