Veranstalter enttäuscht

Stuttgart: Wenig Zulauf bei Demos für Demokratie und gegen Ukraine-Krieg

Einen Tag vor der Bundestagswahl und zwei Tage vor dem Jahrestag zum Kriegsbeginn in der Ukraine finden zwei Demonstrationen für Demokratie und Frieden in Stuttgart nur wenige Teilnehmende.

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Von Autor/in Kerstin Rudat

Am Samstag fanden in Stuttgart gleich zwei Demonstrationen statt. Zum einen rief eine breite Initiative von Kunst- und Kulturschaffenden zur Kundgebung "für Vielfalt und Demokratie" im Oberen Schlossgarten auf. Zum anderen veranstalteten Ukrainerinnen und Ukrainer eine Kundgebung zu drei Jahre Krieg in der Ukraine. Beide Kundgebungen erreichten relativ wenige Teilnehmende - einen Tag vor der Bundestagswahl und zwei Tage vor dem Jahrestag zum Kriegsbeginn in der Ukraine.

Für die Kundgebung mit Musik und Performance im Schlossgarten hatten die Veranstalter 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeldet. Es kamen aber nur etwa 300 bis 400 Menschen. Vor Ort zeigte man sich enttäuscht. Das Bündnis "STIMMT Stuttgart", zu dem auch das Forum der Kulturen gehörte, wollte einen Tag vor der Bundestagswahl noch mal ein Zeichen setzen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz. Auf der Bühne waren etwa DJ "5ter Ton" von "Massive Töne", die russische Künstlerin, Performerin und "Pussy Riot"-Mitglied Diana Burkot sowie das Pop-Punk-Duo "Tripkid" angekündigt.

"Niemals war gesellschaftlicher Zusammenhalt so wichtig"

Die Kundgebung in Stuttgart war Teil einer bundesweiten Kampagne getragen von der Bundesstiftung Live-Kultur. "Viele von uns haben Angst, dass unsere Demokratie am Wahlsonntag in ihren Grundfesten erschüttert wird. Niemals war gesellschaftliche Solidarität und Zusammenhalt so wichtig wie jetzt", hieß es von Seiten der Stuttgarter Kulturschaffenden. Bundesweit sollten Kundgebungen mit Musik, Wortbeiträgen und Performances darauf aufmerksam machen, "für Menschenrechte, für den Rechtsstaat, für Vielfalt und Diversität und die Gleichstellung aller Menschen" zu stimmen.

"Für uns als Kulturschaffende ist es wichtiger denn je, denn unsere Vielfalt an Kultur bleibt nur mit einer kulturellen Vielfalt in unserer Gesellschaft erhalten", so die Veranstalter im Vorfeld. Bereits vergangenen Samstag hatte bundesweit die Pride-Bewegung zusammen mit anderen queeren Organisationen und Vereinen unter dem Motto "Wähl Liebe" anlässlich der Bundestagswahl zu Zusammenhalt, Solidarität und der Wahrung der Menschenrechte aufgerufen, auch in Stuttgart und in neun anderen Städten in Baden-Württemberg.

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400 Menschen bei Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine

Rund 400 Menschen kamen zur Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine am Samstag auf den Schlossplatz.
Rund 400 Menschen kamen zur Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine am Samstag auf den Schlossplatz. Werner Trefz

Bei einer zweiten Demonstration am Samstagnachmittag in Stuttgart ging es um den Krieg in der Ukraine. Am Montag jährt sich der Überfall Russlands auf die Ukraine zum dritten Mal. Unter dem Titel "3 Jahre Großinvasion, 11 Jahre Krieg. Believe in Ukraine! Act for Democracy" hatten die Veranstalter der regelmäßigen Ukraine-Demo in Stuttgart zur Versammlung auf dem Schlosspatz aufgerufen.

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Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine überfallen, zahlreiche Menschen mussten fliehen. Eine von ihnen, Iryna Verbivska, hat in Ludwigsburg ein neues Zuhause gefunden.

Hier rechneten die Veranstalter mit rund 400 Teilnehmenden, und Schätzungen von vor Ort nach wurde diese Zahl wohl auch knapp erreicht. Die vor dem Krieg hierher geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer machen sich angesichts der Weltlage und vor allem der Aussagen von US-Präsident Donald Trump große Sorgen. Viele von ihnen haben Angst, nie wieder zurückkehren zu können. Trump hatte auf seinem Netzwerk "Truth Social" der Ukraine unter anderem vorgeworfen, selbst Schuld an dem Krieg im eigenen Land zu tragen und diesen auch angefangen zu haben und nicht Russland durch den Überfall vor drei Jahren.

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