Am Montag jährt sich der Angriff Russlands auf die Ukraine zum dritten Mal. In welche Richtung der Krieg aktuell steuert, ist unklar: Die Äußerungen Trumps der letzten Wochen und die Verhandlungen der USA mit Russland sorgen bei vielen für zusätzliche Verunsicherung. "Früher habe ich jeden Tag Nachrichten gelesen", erzählt die Ukrainerin Iryna Verbivska aus Ludwigsburg. Das könne sie mittlerweile nicht mehr. "Mit Trump wird es nicht besser werden, nur schlimmer." Sie möchte von hier aus etwas bewirken.
Frühe Entscheidung zur Flucht
Als 2022 die ersten Sirenen läuten und sie die Nacht im Luftschutzbunker verbringen muss, fällt Verbivska die Entscheidung zu fliehen. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Oma fährt sie zunächst nach Moldau. Als sie dort keine Arbeitet findet, entscheidet sie sich weiter nach Deutschland zu fahren. Hier geht für sie alles recht schnell - denn Verbivska spricht bereits fließend Deutsch und kann anfangen, als Dolmetscherin zu arbeiten. Am Anfang ist sie sich sicher: "Ein Jahr bleibe ich in Deutschland, dann gehe ich zurück in die Ukraine." Mittlerweile hat sie sich anders entschieden. "Ich konnte mich hier sehr gut integrieren und viel schaffen."
Denn heute arbeitet sie Vollzeit in der Flüchtlingssozialarbeit der Diakonie, engagiert sich ehrenamtlich als Dolmetscherin, gibt Deutschunterricht für Ukrainerinnen und Ukrainer und koordiniert darüber hinaus den Sprechtreff in der Stadtbibliothek in Ludwigsburg. Dort treffen sich Menschen, um sich auf Deutsch zu unterhalten und die Sprache aktiv zu üben. Verbivska konnte so auch andere Geflüchtete dabei unterstützen, einen Job zu finden, selbst wenn diese noch nicht fließend Deutsch sprachen. "Anderen zu helfen macht mich stark", erzählt Verbivska. "Wenn ich es hier schaffen kann, dann können sie das auch."
Sorge vor Trump unter Geflüchteten groß
Sie nimmt aber auch die Angst vieler Ukrainerinnen und Ukrainer hier wahr, nicht nur vor dem Krieg in ihrer Heimat. "Viele haben Angst, dass Deutschland jetzt alle Geflüchteten zurückschicken wird." Auch die Verhandlungen zwischen den USA und Russland sind für die meisten kein Grund für Optimismus: "Alle hatten die Hoffnung, dass es besser wird. Jetzt glauben sie, dass es noch schlimmer wird mit Trump."
Ehrenämter als Motivation
Verbivskas Motivation bleibt ungebrochen. "So war ich schon immer", erzählt die 39-Jährige. Dabei helfen ihr auch ihre Ehrenämter, durch sie habe sie viele Kontakte geknüpft: "Man muss nicht alles gleich für Geld machen. Einfach offen sein und anderen helfen."