Der Bund verschiebt wegen fehlender Mittel womöglich den Ausbau des Albaufstiegs und -abstiegs der A8 zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt (beide Kreis Göppingen). Das geht aus dem "Finanzierungs- und Realisierungsplan 2025 - 2029" der Autobahn GmbH des Bundes hervor, wie am Donnerstag bekannt wurde. Insgesamt stehen 74 Ausbau- und Neubauvorhaben auf der Kippe oder es droht die Verzögerung. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kritisiert das und fordert eine klare Priorisierung.
Finanzplanungen des Bundes Gewaltige Milliardenlücke: Verkehrsministerium blockiert wichtige BW-Projekte
Von der A5 bei Walldorf bis zum Albaufstieg an der A8: Mehrere Großprojekte in Baden-Württemberg drohen offenbar wegen fehlender Milliarden ins Stocken zu geraten. Auch wichtige Bahnprojekte sind betroffen.
Albaufstieg A8: Spatenstich derzeit für 2027 anvisiert
Für die Autofahrenden, die Kommunen rings um den Engpass der A8 und die Landesregierung bedeutet diese Nachricht einen herben Rückschlag. Dabei ist das Großprojekt bereits planfestgestellt und aktuell in der sogenannten Bauvorbereitungsphase. Der Spatenstich ist derzeit für den Herbst 2027 anvisiert - nach Jahrzehnten der Debatten und Planung.
So geht es jetzt weiter Neuer Albaufstieg der A8: Bauvorbereitungen beginnen
Über den mehrspurigen Ausbau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt (Kreis Göppingen) wird seit Jahrzehnten gerungen und gestritten. Jetzt beginnen die Vorbereitungen für den Bau.
Derzeit teilt sich die A8 am Albtrauf in einen jeweils relativ steilen zweispurigen Auf- und Abstieg, es kommt oft zu Staus und Ausweichverkehr. Künftig sollen Brücken sowie zwei Tunnel für eine Trasse mit weniger Gefälle sorgen - mit drei Fahrspuren in beiden Fahrtrichtungen. In einem langen Verfahren waren dafür die Interessen der Verkehrsplaner und der Anrainer dafür in Einklang gebracht worden.
Hermann: Bund darf keine Vollbremsung hinlegen
Landesverkehrsminister Hermann hält es angesichts der vielen Debatten und Bemühungen um eine für alle Betroffenen sinnvolle Trassenführung für nicht vermittelbar, das Projekt nun wieder aufs Eis zu legen. "Der Bund muss hier korrigieren", betonte der Grünenpolitiker. Zudem brauche es eine klare Priorisierung der Verkehrsprojekte mit Blick auf die Verteilung der Mittel.
Wenn nach so langen Verfahren Baurecht und vor Ort Konsens zur Umsetzung besteht, ist es der Bevölkerung nicht vermittelbar, dass eine Vollbremsung folgt.
Auch die FDP forderte, am Albaufstieg festzuhalten. "Es kann nicht angehen, dass milliardenschwere so genannte Sondervermögen aufgelegt werden und im Ergebnis droht Baden-Württemberg beim dringend benötigten Autobahnausbau in die Röhre zu schauen", erklärte Christian Jung, verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion. Die übrigen Fraktionen - insbesondere CDU und SPD, die auf Bundesebene gemeinsam regieren - äußerten sich zunächst nicht zu den Sparplänen des Bundes.