Unter Ärztinnen und Ärzten des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums des Alb Fils Klinikums in Göppingen herrscht offenbar Unzufriedenheit. Darauf deutet eine Personalmeldung des Klinikums hin. Dieser zufolge hätten insgesamt gleich vier Ärztinnen und Ärzte aus dem Fachbereich ihr Arbeitsverhältnis gekündigt, teilte das Klinikum kürzlich mit. Dazu zähle auch René Schmidt, der Chefarzt des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums: Er scheide Ende März 2027 auf eigenen Wunsch aus, so das Klinikum.
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Kündigungen sorgen für Aufsehen
Zu den Gründen für die Kündigungen der vier Ärztinnen und Ärzte wollte sich das Klinikum auf SWR-Anfrage nicht äußern: Wegen des Persönlichkeitsschutzes sei das nicht möglich. Zugleich wies das Klinikum Angaben zurück, die der SWR von Klinikbeschäftigten erhalten hatte, wonach neue Arbeitsverträge die Ursache seien. Dadurch würden Ärztinnen und Ärzte nun angeblich bis zu 1.000 Euro weniger verdienen, hatte der SWR erfahren.
Doch das stimme so nicht, teilte das Alb Fils Klinikum dem SWR hierzu mit: "Neue Arbeitsverträge wurden nicht geschlossen, sondern Änderungen am Dienstzeitmodell vorgenommen." Durch Regelungen im Tarifvertrag seien im Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum Arbeitszeitmodelle angepasst worden. "Diese können in der Gesamtbetrachtung Auswirkungen auf den Umfang von Arbeitszeit und Vergütung haben", erklärte das Klinikum hierzu. "Durch teilweise Umstellung von Bereitschaftsdienst/Rufdienst auf Arbeitszeit/Schichtdienst kann im Einzelfall Vergütung zugunsten mehr Freizeit entfallen."
Unruhe auch bei nichtärztlichen Beschäftigten
Inwieweit speziell die Änderungen am Dienstzeitmodell Grund für die Kündigungen sind, bleibt offen. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen äußerten sich auf SWR-Anfragen bislang nicht zum Thema. Ein Manager aus dem Gesundheitswesen sagte dem SWR, die Schilderung der Klinik, wonach die Anwendung des Tarifvertrags zu mehr Freizeit, aber auch niedrigerer Bezahlung geführt habe, klinge für ihn jedenfalls plausibel. Er deute die Kündigungen der Ärztinnen und Ärzte als Protest dagegen.
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Der SWR hatte außerdem von Klinikbeschäftigten erfahren, die Kündigungen würden auch bei den nichtärztlichen Beschäftigten für Aufregung sorgen. Denn die Folge der Kündigungen der vier Ärzte seien weniger Operationen. In der Folge befürchteten die nichtärztlichen Beschäftigten weniger Auslastung, hieß es - das könne auch ihren Job in Gefahr bringen.
Klinikum: Keine Sorge um Auslastung
Das Klinikum hält diese Befürchtung für unbegründet: "Die betreffenden Ärztinnen und Ärzte sind noch sechs Monate am Alb Fils Klinikum weiterbeschäftigt." In diesem Zeitraum seien keine unmittelbaren Anpassungen der OP-Kapazitäten oder der Patientenbehandlungen vorgesehen. Außerdem fügte die Klinik hinzu: "Wir arbeiten bereits an einer tragfähigen Lösung für die künftige personelle Aufstellung."