Der chinesische Fast-Fashion-Shop SHEIN steht in der Kritik: Billig-Produkte mit zweifelhafter Qualität, die wenig nachhaltig sind, belastet mit Schadstoffen, zudem gebe es Kinderarbeit bei Zulieferern. Die SHEIN-Tochter SHEGLAM vertreibt billige Kosmetikprodukte bislang nur online. Doch jetzt gibt es ausgewählte Artikel auch in rund 1.500 Läden der Drogeriemarktkette dm mit Sitz in Karlsruhe.
Kritik an SHEGLAM: Passen Kosmetik-Produkte zu Image von dm?
In den sozialen Netzwerken hagelt es Kritik. Der Vorwurf: Das passe nicht zum nachhaltigen Image von dm. Wirft das Unternehmen damit seine Werte über Bord? Der Chef der Drogeriemarktkette stellt sich der Kritik. "Es gab natürlich schon viele Nachfragen, ob eine chinesische Marke bei uns so ins Sortiment reinpassen würde. Aber ich würde sagen, chinesische Produkte gibt es viel im deutschen Einzelhandel und die Frage ist immer, ob es Nachfrage der Kunden gibt", so Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung.
SHEGLAM sei zwar eine Tochter von SHEIN, gleichzeitig aber eine unabhängige Gesellschaft und produziere wie andere Kosmetikfirmen auch in automatisierten Fabriken in China, heißt es bei dm.
Handelsexperten sehen keine Probleme mit SHEGLAM-Produkten
Handelsexperte Andreas Kaapke ist sicher, dass sich dm-Kunden bezüglich der Inhaltsstoffe der Sheglam-Produkte tatsächlich keine Gedanken machen müssen.
Es gebe gesetzliche Vorgaben bei Kosmetikartikeln - dort müsse jedes Produkt in ein Register eintragen werden und es müsse bestimmten Anforderungen genügen. Das werde auch für diese Produkte so sein, ansonsten würde dm das nicht übernehmen, so Kaapke.
Die Produktionsbedingungen hingegen werden laut Lieferkettengesetz von den Händlern selbst überprüft. dm hat nach eigenen Angaben die SHEGLAM von unabhängigen Prüfinstituten untersuchen lassen, mit dem Ergebnis, dass es den Anforderungen entspricht.
Kosmektikmarke SHEGLAM mit Millionen Follower bei TikTok
Die Kosmetikmarke SHEGLAM aus Singapur ist sehr erfolgreich auf der Plattform Tiktok unterwegs. Der offizielle Account hat mehr als 10 Millionen Follower und dürfte rasch weiter wachsen. Besonders dank vieler junger Mädchen, die ganz verrückt nach den Produkten sind. Davon will jetzt offenbar auch dm profitieren, trotz der Kritik.
Zum Verkaufsstart sind über die Online-Suche 67 verschiedene Produkte der Marke auffindbar. Diese werden zunächst in eigenen Aufstellern präsentiert, später vielleicht auch im Regal platziert.