Bis Ende 2027 schließt das Mannheimer Theresienkrankenhaus schrittweise. In den kommenden Tagen geht die stationäre Versorgung zu Ende. Ein Großteil der Patienten wird am Sonntag (28. Juni) in das Diakonissenkrankenhaus (Diako) verlegt. Das Theresienkrankenhaus steht in der Mannheimer Oststadt, das Diako befindet sich einige Kilometer entfernt im Stadtteil Niederfeld, an der Grenze zum Lindenhof.
Wenige Tage später schließt dann die Notaufnahme des Theresienkrankenhauses endgültig. Beide Häuser sind in einem Klinikverbund des Betreibers (Barmherzige Brüder Trier - BBT-Gruppe) zusammengelegt worden und heißen seit 2024 "Brüderklinikum Julia Lanz".
- Bis wann ist wo und was für die Patienten in Mannheim geöffnet?
- Wie läuft der Umzug ab?
- Was wird am Standort Diako um- bzw. angebaut?
- Wie viele Beschäftigte gibt es Standort am Diako?
- Theresienkrankenhaus schließt: Was passiert mit dem Gebäude?
- Wie kam es überhaupt zu der Schließung?
Bis wann ist wo und was für die Patienten in Mannheim geöffnet?
Nach Angaben der BBT-Gruppe ist die Notfallversorgung in allen Umzugsphasen gewährleistet. Die Notaufnahme am Theresienkrankenhaus schließt demnach am Dienstag (30. Juni) um 12 Uhr mittags. Bis Mittwochfrüh (1. Juli, 6 Uhr) können dort aber auch noch Patienten, die selbstständig ins Krankenhaus kommen, versorgt werden. Parallel dazu werden die Notfallkapazitäten im Diako laut dem Betreiber ab Dienstag (30. Juni) deutlich erweitert. Ab Mittwoch (1. Juli) befinden sich dann alle Fachabteilungen inklusive Notaufnahme am Standort Diako. Künftig soll es etwa 450 stationäre Betten geben - vorher waren es laut der BBT-Gruppe an beiden Standorten zusammengerechnet um die 700 Betten.
Wie läuft der Umzug ab?
Mit Blick auf den anstehenden Umzug werden Operationen laut den Verantwortlichen so geplant, dass möglichst wenige Patienten verlegt werden müssen. Geplante, nicht lebensbedrohliche Eingriffe habe man deshalb bereits an den Standort Diako umgeplant. Der Krankenhausbetreiber rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass rund 30 Patienten vom Theresienkrankenhaus ins Diako verlegt werden müssen.
Die meisten davon ziehen am Sonntag (28. Juni) um, die Verlegungen sollen ab 8 Uhr beginnen. Mehr als 100 Helferinnen und Helfer sind an dem Tag an beiden Standorten im Einsatz. Ein zweiter, kleinerer Umzug steht dann am Dienstag (30. Juni) auf dem Programm. Auch mit Blick auf die Hitze habe man "alles sehr eng getaktet", so eine Sprecherin der BBT-Gruppe.
Die Patienten werden in eine klimatisierte "Holding Area" gebracht - eine Art Warteraum in einer leerstehenden Station. Mitarbeitende, die für Krankentransporte und Rettungsdienste zuständig sind, sollen sie dort abholen. Die Patienten sollen der Hitze so kurz wie möglich ausgesetzt sein. Für Mitarbeiter stünden Getränke und Eis bereit, Pausenräume seien mit Klimaanlagen ausgestattet, hieß es.
Der Umzug von einzelnen Bereichen und medizinischen Geräten und Produkten läuft bereits seit Monaten. Seit einer Woche laufen die Arbeiten aber auf Hochtouren: "Zwischen den beiden Häusern pendeln in der Spitze bis zu fünf Lkw am Tag", sagte die Direktorin der Unternehmenskultur am Brüderklinikum Julia Lanz, Kathrin Federmeyer, dem SWR. Sie ist für den Umzug mitverantwortlich.
Was wird am Standort Diako um- bzw. angebaut?
Im Diako sind die Notaufnahme und die "Intermediate Care Station" - eine Art Schnittstelle zwischen Intensiv- und Normalstation - erweitert und ertüchtigt worden. In der erweiterten Notaufnahme soll es künftig insgesamt 35 Behandlungsplätze geben - bisher verfügte die Notaufnahme am Theresienkrankenhaus über 19 Bettplätze, am Diako gab es vor dem Umbau 12 Plätze. In der erweiterten Notaufnahme sollen künftig etwa 47.000 Patienten pro Jahr versorgt werden.
Aktuell werden außerdem noch das neue Untersuchungs- und Aufnahmezentrum sowie der Chefarzt-Bereich umgebaut. Im Diako gibt es bislang zwei Kathetherlabore, ein drittes soll mit der endgültigen Schließung des Theresienkrankenhauses folgen.
Weil künftig deutlich mehr Patienten im Diako versorgt werden, gab es zuletzt auch Diskussionen um das Parkkonzept. Derzeit gibt es rund 200 Parkplätze auf dem Krankenhausgelände. Man prüfe weitere Parkkonzepte und sei im Gespräch mit der Stadt, um 70 zusätzliche Parkplätze zu schaffen, so eine Sprecherin der BBT-Gruppe gegenüber dem SWR.
Die Stadt Mannheim teilte hingehen auf Anfrage mit, dass die BBT-Gruppe ihr mitgeteilt habe, dass durch die aktuellen Umstrukturierungen "keine signifikante Änderung am Parkplatzbedarf am Diako" zu erwarten sei. Die Stadt würde es begrüßen, "wenn für das Krankenhaus ein eigener größerer Parkplatz oder ein Parkhaus errichtet werden würde".
Die BBT-Gruppe plant nach eigenen Angaben außerdem Gespräche mit der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv). Dabei soll es darum gehen, inwiefern rnv-Busse in der Umgebung künftig häufiger fahren könnten als bisher.
Wie viele Beschäftigte gibt es am Standort Diako?
An beiden Standorten habe es vor den Umstrukturierungen insgesamt mehr als 2.000 Beschäftigte gegeben. Laut BBT-Gruppe arbeiten im Diako inzwischen etwa 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den vergangenen Monaten habe man an beiden Standorten knapp 200 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Hinzu kämen Eigenkündigungen, aber auch auslaufende Zeitverträge. Eine Sprecherin der BBT-Gruppe spricht in diesem Zusammenhang von einer "natürlichen Fluktuation".
Theresienkrankenhaus schließt: Was passiert mit dem Gebäude?
Das Theresienkrankenhaus schließt bis Ende 2027 endgültig. Bis dahin wird das Gebäude für ambulante Leistungen - zum Beispiel für Dialyse-Patienten - genutzt. Aber auch ein Herzkatheterlabor bleibt für ambulante Eingriffe zunächst an dem Standort. Auch Teile der Verwaltung, die Schule für Gesundheitsberufe sowie ein Notarzteinsatzfahrzeug sind dort untergebracht. Was langfristig mit dem Krankenhausgebäude passiert, sei noch nicht entschieden. "Wir prüfen verschiedene Nachnutzungskonzepte", so die BBT-Sprecherin.
Wie kam es überhaupt zu der Schließung?
Ursprünglich hatten die Betreiber der beiden Krankenhäuser geplant, bis 2029 den Standort Diako auszubauen und die stationäre Versorgung der medizinischen Fachabteilungen dorthin zu verlegen. Wegen der wirtschaftlichen Situation sei die Zusammenführung aber schon "deutlich früher notwendig" gewesen, hieß es in einer Pressemitteilung. Weil die Bausubstanz deutlich besser sei und es Anbaumöglichkeiten gebe, habe man sich schließlich für den Standort Diako entschieden. In das fast 100 Jahre alte Theresienkrankenhaus hätte man in Zukunft mehr als 500 Millionen Euro investieren müssen, sagte die BBT-Sprecherin dem SWR.