Mit Stand-Up-Paddle-Boards (SUP), Seilen und Haken haben Umweltschützer des Mannheimer Umweltkollektivs am Mittwoch den Neckar nach E-Scootern, Fahrrädern und anderen Gegenständen abgesucht und sie aus dem Wasser gezogen. Auch der Mannheimer Stadtraumservice war beteiligt.
Müllsuche im Neckar an der Kurpfalzbrücke
Start der Aktion am Mittwochmorgen war die Kurpfalzbrücke zwischen dem Alten Messplatz und der Mannheimer Innenstadt: Die Umweltschützer trugen Stand-Up-Paddle-Boards über die Steine am Neckarufer bis in den Fluss. Einer der Umweltschützer, Uwe Franken, stieg nur in Badehose ins Wasser. Die geschätzte Temperatur: 11 bis 12 Grad Celsius. Direkt im Uferbereich entdeckte er gleich den ersten E-Scooter. Mithilfe von Beschäftigten des Stadtraumservices ist der Elektroroller dann an Land gebracht worden.
Akkus von E-Scootern belasten Wasserqualität
Nach wie vor hat der Neckar Niedrigwasser. Uwe Franken reicht der Fluss teilweise nur bis zur Hüfte. Er ist an diesem Mittwoch mit Schnorchel und Taucherbrille unterwegs. So kann er besser erkennen, was unter der Brücke am Grund des Neckars alles zu finden ist. Direkt neben einem der Brückenpfeiler hat sich eine Sandinsel gebildet. Auch hier liegt ein E-Scooter.
Die E-Scooter im Wasser sind extrem schädlich für die Umwelt, so Franken. Denn im Laufe der Jahre fresse sich die Korrosion durch das Gehäuse und die Akkus lägen dann frei.
Die giftigen Stoffe aus den Akkus geraten dann ins Wasser und schädigen die Fische und die anderen Lebewesen und sind nicht gut für die Wasserqualität.
Stadtraumservice Mannheim hilft bei Bergung
Eine Umweltschützerin auf dem Stand-Up-Paddle-Board hievt die E-Scooter zusammen mit Franken aufs Brett. Dann bringt sie sie ans Land. Ein dritter Ehrenamtler steht am Ufer und zieht die Fundstücke mit Seilen und Haken aus dem Wasser. Die Mitarbeiter des Mannheimer Stadtraumservices haben einen kleinen Müllwagen dabei. In diesen werden alle alten Fahrräder und anderen Gegenstände aus dem Neckar geladen, um sie danach fachgerecht zu entsorgen. Die E-Scooter werden von den jeweiligen Verleihern später abgeholt.
Fahrräder, Laptop und Einkaufswagen im Neckar
Neben E-Scootern und Fahrrädern fördern die Freiwilligen auch eine Baustellenlampe, einen Tisch und einen Einkaufswagen zutage. Alles von Schlamm und Algen bedeckt. Sogar ein Laptop liegt auf dem Grund des Neckars. Der Lithium-Ionen-Akku ist ebenfalls schlecht für das Wasser, sagt Umweltschützer Sven Etzel.
Da können verschiedene chemische Reaktionen auftreten und da kann unter anderem Flusssäure entstehen. Und je nach Verweildauer kann das schlecht für die Tiere und Pflanzen im Wasser enden.
An diesem Tag sind die Umweltschützer noch an der Jungbuschbrücke und am Verbindungskanal im Mannheimer Stadtteil Jungbusch unterwegs. Die Bilanz: Acht E-Scooter wurden aus dem Neckar gefischt, außerdem fünf Fahrräder, ein Tresor, ein Laptop, ein Tisch, ein Einkaufswagen, eine Baustellenlampe, vier Tretroller und weitere kleinere Teile, wie Handys und Fahrradschlösser.
Suche nach E-Scootern im Fluss nur bei Niedrigwasser
Die Umweltschützer des Mannheimer Umweltkollektivs, einem losen Zusammenschluss verschiedener Klima- und Umweltinitiativen in Mannheim, suchen regelmäßig den Neckar und den Rhein in Mannheim nach Unrat ab, zum Beispiel beim sogenannten Rhine Clean Up. In die Flüsse selbst gehen sie aber auch wegen der Strömung nur bei Niedrigwasser, sagt Franken. Die letzte Aktion liege drei bis vier Jahre zurück. Vor zwei Wochen sind sie wegen des niedrigen Pegelstandes im Rhein unter den Brücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen gewesen. Dort haben sie sogar ein Motorrad aus dem Fluss geholt.