Ein Hybridauto hat am Dienstag beim Laden in Brühl (Rhein-Neckar-Kreis) angefangen zu brennen. Wie es dazu kam, ist noch unklar - aber wie gefährdet sind Hybrid- und E-Autos grundsätzlich? Und wie geht die Feuerwehr mit solchen Akku-Bränden um? Der SWR hat mit Feuerwehrmann Stefan Heim gesprochen. Er ist Teamleiter in der Gefahrenabwehrplanung bei der Feuerwehr Mannheim und kennt sich mit Bränden von E-Fahrzeugen gut aus. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
- Elektro vs. Benziner: Was ist bei einem Fahrzeugbrand anders?
- Was kann nach einem Brand eines Elektroautos noch passieren?
- Wie häufig brennen E- oder Hybridautos?
- Wie kann man sich und sein Auto beim Laden schützen?
- Was sollten Menschen tun, wenn ihr Hybrid- oder E-Auto anfängt zu brennen?
Elektro vs. Benziner: Was ist bei einem Fahrzeugbrand anders?
Aus Sicht der Feuerwehr ist es erst einmal egal, was für ein Auto brennt. Beim Löschen gebe es zunächst keinen wesentlichen Unterschied, sagt Feuerwehrmann Heim. Entscheidend sei, das Fahrzeug schnell und mit viel Wasser zu löschen. Das gelte sowohl für E- und Hybrid-Autos, als auch für Benziner oder Diesel-Fahrzeuge. Auch die hohe Stichflamme, die es beim Brand in Brühl gab, kann Heim nicht mit Sicherheit auf den Akku des Hybridautos zurückführen. "Was uns insbesondere bei der E-Technologie vor Herausforderungen stellt, ist eher die Brandnachbereitung", sagt Heim.
Was kann nach einem Brand eines Elektroautos noch passieren?
Bei beschädigten Lithium-Ionen-Akkus - solche Akkus sind in E- oder Hybridautos verbaut - können chemische Reaktionen weiterlaufen. Bei einem sogenannten Thermal Runaway reagieren einzelne Batteriezellen weiter und entwickeln dabei Wärme.
"Es kann sein, dass offensichtlich erst einmal gelöschte Autos nachträglich wieder anfangen zu brennen", erklärt Heim. Er kenne Berichte, bei denen ein Fahrzeug noch etwa eineinhalb Tage später erneut zu rauchen begonnen habe. Betroffene Fahrzeuge müssen laut Feuerwehr nach einem Brand besonders behandelt und gekühlt werden. "Wir packen die Autos teilweise in ein Wasserbad, damit sie runtergekühlt bleiben", sagt Heim.
Wie häufig brennen E- oder Hybridautos?
Genaue Zahlen kann Feuerwehrmann Heim für sein Gebiet nicht nennen, aber seinen Angaben zufolge brennen mehr Verbrenner-Fahrzeuge. Allein schon, weil die Verbrenner in Deutschland immer noch deutlich in der Überzahl seien. Aber auch statistisch gesehen brennen E-Autos nicht häufiger als Fahrzeuge mit fossilem Treibstoff, zu diesem Schluss kommt zumindest der Gesamtverband der Versicherer. Allerdings seien brennende E-Autos in den Medien stärker präsent.
Wie kann man sich und sein Auto beim Laden schützen?
Das Hybridauto in Brühl hat während des Ladevorgangs angefangen zu brennen. Die genaue Brandursache ist noch unklar. Generell sei das Laden ungefährlich, sagt Feuerwehrmann Heim. Wichtig sei aber eine fachgerechte Installation: "Die Installation von Ladeinfrastruktur, zum Beispiel von sogenannten Wallboxen, sollte man von Fachbetrieben durchführen lassen." Nach Möglichkeit solle man keine normale Schuko-Haushaltssteckdose Nutzen. Denn das könne zu einer Überhitzung bei den Kabeln bis hin zu den Akkus führen.
Was sollten Menschen tun, wenn ihr Hybrid- oder E-Auto anfängt zu brennen?
Auch hier gibt es nach Angaben der Feuerwehr keine nennenswerten Unterschiede zwischen E-Autos und Verbrennern. Wenn es raucht: "Schnell auf die Seite fahren und sich in Sicherheit bringen", sagt Heim. Wenn das Fahrzeug neben einem Gebäude stehe, sollte man das Fahrzeug je nach Möglichkeit davon wegfahren - aber nur, ohne sich in Gefahr zu bringen. Und natürlich schnellstmöglich die 112 wählen.